von Elinor Milchan und Sharon Burstein Bichachi • aus dem Hebräischen von Matthias Naumann • Ab 16 Jahren
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Nelly ist 18 Jahre alt, künstlerisch talentiert, kämpferisch, hat immer eine schlagfertige Antwort parat und doch keine Zukunft vor sich. Es ist das Jahr 1944 und weil sie Jüdin ist, wird sie im Ghetto Theresienstadt festgehalten.
Ohne Titel (194418) beginnt in dieser aussichtslosen Situation und erzählt in episodenhaften Sprüngen von einem unmöglichen Leben. Mit gerade 20 Jahren baut Nelly sich gegen alle Widerstände eine Existenz in einer ihr fremden Gesellschaft auf. Sie begegnet Menschen, mit denen sie eine Vergangenheit teilt, die sich jedoch für das Vergessen entschieden haben. Mit Mitte 30 gründet sie eine Familie und hängt doch an geliebten Menschen, die sie zurücklassen musste. Stetig kämpft sie mit dem Lärm ihrer Kunst gegen das allgegenwärtige Schweigen über die Vergangenheit. Mit über 90 Jahren betritt Nelly die Bühne, um den Preis für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen.
Doch die Realität, der Nelly zu entkommen versucht, bricht immer wieder gewaltsam in ihren Kopf. Menschen, Erlebnisse und Geräusche bahnen sich ihren Weg in die Geschichte, die am Ende doch nur eine Fiktion sein kann. So widmet sich Ohne Titel (194418) all denjenigen, denen die Möglichkeiten und Visionen ihres Lebens durch die Verfolgung im Nationalsozialismus gewaltsam genommen wurden.
Elinor Milchan und Sharon Burstein Bichachi sind zwei israelische Künstlerinnen und Autorinnen, die für Ohne Titel (194418) zum wiederholten Male im Kollektiv geschrieben und gearbeitet haben.
Sharon Burstein Bichachi ist Theaterschauspielerin und -künstlerin. Sie schloss ihr Studium an der Fakultät für Theaterwissenschaften an der Universität Tel Aviv ab und spielte in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen in ihrer Heimat und dem israelischen Ausland. Elinor Milchan ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Schriftstellerin. Sie arbeitet in den Bereichen Fotografie, Videokunst, Buch und Theater und gewann für ihre Arbeiten mehrere Preise.
Ohne Titel (194418) wurde von Matthias Naumann aus dem Hebräischen übersetzt. Die deutsche Fassung ist in Kooperation mit dem Goethe-Institut Tel Aviv entstanden.
Die Produktion wird vom Goethe Institut und von der Israelischen Botschaft gefördert.
Ergänzende Informationen
Einzelne Vorstellungstermine bieten wir mit klassischer Audiodeskription an und ermöglichen so einen barrierefreien Theaterbesuch für blinde und sehbehinderte Menschen. Ergänzend dazu findet bei diesen Vorstellungen eine Tastführung statt. Diese beginnt jeweils 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn, der Einlass ist bereits 90 Minuten vorher.
Wenn Sie an der Audiodeskription und/oder der Tastführung teilnehmen möchten, bitten wir um eine Anmeldung per E-Mail an: inklusion-kjt@theaterdo.de
In diesem Video wird erklärt, wie eine Audiodeskription am KJT abläuft. ▶
Ein Vorstellungsbesuch dauert circa 2,5 Stunden. Zwischen der Tastführung und dem Beginn der Vorstellung gibt es eine 15minütige Pause.
Eine Karte kostet 4 Euro für Schüler*innen bis 14 Jahren, 8 Euro für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene. Menschen mit Schwerbehinderung erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Begleitpersonen von Menschen mit Schwerbehinderung und B im Ausweis zahlen ebenfalls 50 Prozent des Eintrittspreises. Der Buchungsvorgang auf der Website ist nicht Screenreader-kompatibel. Sie können Karten aber auch über die Ticket-Hotline oder direkt im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge buchen. Bitte erwähnen Sie, wenn Sie die Audiodeskription in Anspruch nehmen wollen, ob Sie einen Rollstuhlplatz benötigen und mit einer Begleitung oder einem Assistenzhund kommen möchten.
Das Kundencenter am Platz der Alten Synagoge ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Ticket-Hotline erreichen Sie Dienstag bis Samstag von 10 bis 18:30 Uhr unter der Nummer 0231 / 50 27 222 oder per E-Mail unter ticketservice@theaterdo.de. Für Gruppen-Buchungen nutzen Sie bitte die E-Mail-Adresse: gruppen@theaterdo.de.
Hinweise zu sensiblen Inhalten und sensorischen Reizen.
Weitere Termine folgen.
Nelly
Annika Hauffe
Peter
Jan Westphal
Alejandro / Edward
Thomas Ehrlichmann
Helga / Platzanweiserin / Nazi-Offizierin
Sar Adina Scheer
Gary / Interviewer / Nazi-Offizier
Rainer Kleinespel
Mädchen
Beatrice Sclicon,
Paula Wegner
Regie
Andreas Gruhn
Ausstattung
Sandra Linde
Musik und Sound
Manuel Loos
Dramaturgie
Milena Noëmi Kowalski,
Lennard Walter
Inklusionsmanagement
Dorit Remmert
Theatervermittlung
Erika Schmidt-Sulaimon,
Anna Herguth-Trier
Inspizienz
Lennart Aufenvenne
Regieassistenz
Franz Marie Hoffmann
„Bewegend hat KJT-Intendant Andreas Gruhn das Stück des israelischen Autorenduos Elinor Milchan und Sharon Burstein Biachachi zur Uraufführung gebracht. Und die sensible Inszenierung mit dem tollen Ensemble zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus wurde ausgiebig mit Ovationen im Stehen gefeiert.“
„Nelly steht stellvertretend für viele jüdische Künstler*innen, die selbst in der Gefangenschaft weiter schöpferisch tätig waren – oft im Verborgenen, als mutiger Akt des Widerstands. Ob sie überlebten oder nicht, bleibt in vielen Fällen offen. Das Stück verneigt sich vor diesen Menschen und ihrem unbeugsamen Geist. Trotz der ernsten Thematik verliert die Inszenierung nicht den Blick für Menschlichkeit und Überlebenswillen – gelegentlich blitzen sogar humorvoll-ironische Momente auf.“