von David Paquet • aus dem Französischen von Frank Weigand • Ab 12 Jahren
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Ausgezeichnet mit zwei Preisen beim WESTWIND-Festival 2026!
Ausgezeichnet mit zwei Preisen beim WESTWIND-Festival 2026!
„Guten Tag. Hier spricht euer Direktor. Ihr könnt aufhören, mich auszubuhen, ich mag euch auch nicht. Wie ihr wisst, haben wir es letztes Jahr in die Top 10 der schlechtesten Schuleinrichtungen des Landes geschafft. Anders ausgedrückt: Wir sind alle Loser.“ Was tun, wenn schon der Direktor resigniert? Proaktiv die Revolution planen oder doch lieber heilsame Ablenkung durch süße Katzenvideos?
Jeanne ist wütend, und zwar richtig. Sie hat kein Geld, kein Wahlrecht und keinen Arbeitsplatz. Gut, sie ist auch erst vierzehn Jahre alt und Schülerin aber ernstgenommen werden will sie trotzdem. Überall lauern falsche Versprechungen durch Werbung, Medien, Erwachsene und noch viel mehr Erwartungen. Mitbestimmung – Fehlanzeige. Auch Olivier ist deprimiert, denn die Klimakrise steht bevor und niemand hat Lösungen parat. Davon wollen die Leute aber genauso wenig hören wie von der Enzyklopädie des unnützen Wissens, das er fleißig gelesen hat („Schnecken haben im Durchschnitt 14.000 Zähne. Faszinierend, nicht wahr?!“). Eins ist beiden klar: Es muss sich etwas ändern! Schließlich hat auch Nichtstun Konsequenzen. Da kommt die Wahl zur Schülerschaftsvertretung gerade recht. Während Jeanne gegen das System randalieren will, versucht es Olivier auf die einfühlsame Art. Im Wahlkampf heißt es dann angestaute Frustration gegen Optimismus gegen … kostenlose Pizza von Mikes Eltern. Sollten sich die beiden zusammentun, um wirklich etwas zu erreichen?
David Paquet lebt in Montreal und schreibt Theaterstücke und Hörspiele. 2022 gewinnt er mit Das Gewicht der Ameisen den Governor General’s Award für französischsprachige Dramatik, den wichtigsten Literaturpreis Kanadas. Paquet versucht auf sehr komische bis skurrile Weise zu Widerstand und Protest aufzurufen, der Ignoranz und Abgestumpftheit der Masse etwas entgegenzuschreien. Dabei nimmt er Machtverhältnisse unter die Lupe und weist auf bissige Art und Weise sowohl auf die Orientierungslosigkeit hin, mit der sich junge Menschen oft konfrontiert sehen, als auch auf den Mangel an Mitspracherecht. Mit seinen Stücken war er bereits mehrfach zum Festival Primeurs in Saarbrücken eingeladen.
Ergänzende Informationen
Alle Vorstellungstermine beinhalten eine künstlerisch integrierte Audiodeskription und sind für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei zugänglich. Die visuellen Elemente der Inszenierung werden dabei kreativ in den Theatertext eingebunden, sodass keine externen Hilfsmittel benötigt werden.
Der Audioflyer als Hörformat bietet einen ersten Eindruck von der Inszenierung, dem Bühnenbild und den Figuren. Hier geht es zum Audioflyer ▶.
Hinweise zu sensiblen Inhalten und sensorischen Reizen.
Weitere Termine folgen.
Jeanne
Sar Adina Scheer
Olivier
Jan Westphal
Direktor
Harald Schwaiger
Oliviers Mutter, betrunkene Buchhändlerin, Bürgermeisterin, Psychologin
Bianka Lammert
Stimme der Audiodeskription
Thomas Ehrlichmann,
David Smith
Regie
Annette Müller
Ausstattung
Oliver Kostecka
Musik und Sound
Michael Lohmann
Dramaturgie
Jacqueline Rausch
Theatervermittlung
Erika Schmidt-Sulaimon
Beratung für Barrierefreiheit: Johannes Willenberg (Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e.V.)
Inklusionsmanagement
Vivien Birkner,
Chantal Priesack
Regieassistenz
Lennart Aufenvenne
Inspizienz
Franz Marie Hoffmann
„In der Komödie ‚Das Gewicht der Ameisen‘ zeigt der kanadische Autor David Paquet den Weltschmerz zweier unterschiedlicher Teenager skurril und treffend. Im Kinder- und Jugendtheater (KJT) feierte das grandiose Stück am frühen Sonntagabend Premiere. Und die turbulente Inszenierung von Regisseurin Annette Müller mit dem tollen Mimen-Quintett feierte das Publikum frenetisch.
Und noch etwas ist besonders an dieser virtuosen 80-minütigen Produktion für Zuschauer ab zwölf Jahren. Die Audiodeskription integrierte Annette Müller in ihre Inszenierung, so dass das Stück auch für blinde und sehbehinderte Menschen erlebbar ist. Vom Bühnenrand beschreibt Thomas Ehrlichmann humorvoll, was auf der Spielfläche passiert.
[D]er sensible, an der Klimakrise verzweifelnde Olivier von Jan Westphal hat einen Albtraum – er bekommt eine kaputte Erde geschenkt. Resoluter und unendlich wütend ist dagegen Sar Adina Scheers Jeanne – auf ihre miese Schule mit der manipulierenden Werbung auf dem Klo, auf die Gesellschaft… […]
Der resignierte und zynische Schuldirektor, den Harald Schwaiger, der lange Zeit am Schauspiel Dortmund spielte und nun als Gast ans Theater Dortmund zurückkehrt, gekonnt gibt, ‚empfiehlt‘ den beiden 15-Jährigen, als Schülersprecher zu kandidieren, wenn sie etwas verändern wollen. Doch dann gibt es mit Mike […] einen dritten Kandidaten, der ‚Pizza für alle‘ verspricht […] Für die anschließend anberaumte Kostümparty konnte sich Ausstatter Oliver Kostecka schön austoben.“