Eine musikalisch-apokalyptische Abschiedsparty • i can be your translator und Schauspiel Dortmund Stage-on-Stage
Jetzt den Trailer anschauenBitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Datenschutzerklärung..
i can be your translator und das Schauspiel Dortmund laden das Publikum ein ins Herz des Theaters. Über den Hintereingang betritt das Publikum die Bühne, um von dort aus mitgenommen zu werden. Auf einer vielstimmig-musikalischen Reise wird eine kollektive Heldenfigur entworfen, die ganz nah am Publikum Stationen durchlebt: Was ist ihre gewohnte Welt? Zögert sie, ihrer Berufung zu folgen, aus Gewohnheit, Unsicherheit oder Zufriedenheit? Welche Prüfungen muss sie auf ihrem Weg bestehen und was fühlt sie an ihrem Tiefpunkt? Die kollektive Heldenfigur wird immer wieder damit konfrontiert, das Gewohnte, gerade Erlernte und Erreichte in Frage zu stellen, abzureißen und hinter sich zu lassen.
Seit Jahrtausenden erzählen wir uns Geschichten an Lagerfeuern, in Literatur, Filmen oder Serien, um uns in der Welt zurechtzufinden. Auch Theater lebt seit jeher von der gemeinsamen Verabredung, dass jede Wirklichkeit behauptet und von allen akzeptiert werden kann. Während sich die Welt, in der wir leben, in der Zwischenzeit rasant verändert hat, folgen diese Geschichten weiterhin einem immer wieder ähnlichen Muster. Zeit zu fragen, welche Held*innen-Geschichten wir in Zukunft erzählen wollen. Und schließlich: renkt sich am Ende – wie in Hollywood – tatsächlich alles wieder ein?
Hinweise zu sensiblen Inhalten und sensorischen Reizen.
Mit
icbyt,
Marlena Keil,
Ekkehard Freye
Regie
icbyt
Mentoring
Julia Wissert
Bühne, Video & Lichtdesign
Birk-André Hildebrandt
Kostüme
Renè Neumann
Musik
Christian Fleck,
icbyt
Dramaturgie
Sabrina Toyen
Theatervermittlung
Sarah Jasinszczak
Licht/Video
Stefan Gimbel
Live-Kamera-Coaching
Tobias Hoeft
Ton
Björn Netten
Regieassistenz
Jasmin Johann
Bühnenbildassistenz
Constanze Kriester
Kostümassistenz
Soraya Ouderhm
Produktionsassistenz
Frauke Becker
Sozialassistenz
Sophie Protze,
Sebastian Raikowski
Inspizienz
Christoph Öhl,
Monika Gies-Hasmann
Soufflage
Klara Brandi
„Unter der Regie von i can be your translator entstand ein begeisternder Abend mit Geschichten, wandlungsfähiger Bühne und vielen Songs, der das Premierenpublikum zu langem Applaus und stehenden Ovationen animierte.
Das Publikum darf Platz nehmen, wo sonst nur die Schauspieler sind: auf der Bühne.
Mystisch, geheimnisvoll beginnt das neue Theaterstück ‚Ein Abriss!‘, das am vergangenen Samstag in Kooperation von Schauspiel Dortmund und dem inklusiven Kollektiv i can be your translator seine umjubelte Urraufführung feierte. Laurens Wältken füllt als erster den großen Raum mit dem atmosphärischen Sound von Klangnüssen, rhythmisch begleitet von einem zögerlich rotierenden Zementmischer.
Bonnie Tylers ‚Holding out for a Hero‘, wie alles live gesungen, bildet den Startschuss für die eigene Heldenreise des Ensembles, die Julia Hülsken mit der Aufbruchsszene aus ‚Herr der Ringe‘ einläutet.“
„Macht kaputt, was euch kaputt macht. Linda Fisahn ruft resolut: ‚Ihr geht mir auf den Sack!‘ Sie greift zum Hammer und schlägt auf die Bühne des Schauspielhauses Dortmund ein.
Ruhige, bildstarke Szenen wechseln mit pointierten Auskünften am Mikrofon. So trägt Christian Schöttelndreier ein giftgrün leuchtendes Gebilde auf die Bühne, vielleicht das Leuchtschwert eines Jedi-Ritters, vielleicht auch ein gefährlicher Brennstab. Ganz langsam bewegt er sich voran, während Ekkehard Freye ihn fürs Live-Video filmt.
Die stärksten Momente hat der Abend, wenn Rollstuhlfahrerin Anna Reizbikh für eine Szene in den Zuschauerraum wechseln soll. In dem Altbau gibt es dafür keine sicheren Möglichkeiten, sie muss das Haus verlassen und außen einmal um den Block fahren. Per Kamera verfolgt man ihre Reise, während Freye und Marlena Keil Reportage-O-Töne der ersten Mondlandung einsprechen.
Das Stück ist sehr musikalisch strukturiert: Es beginnt schon mit einem langen Perkussion-Solo von Laurens Wältkens, Christian Fleck fügt allerlei mystische und rauschhafte Soundeffekte hinzu. Wenn sie Bonnie Tylers Hit ‚Holding Out for a Hero‘ schmettern und die Hälfte der Truppe in bunte Blöckflöten tutet, reißt das mit.“
„Das Kollektiv i can be your translator und das Schauspiel bringen eine musikalische Abschiedsparty auf die Bühne. ‚Ein Abriss!‘ fragt, ob wir Heldengeschichten noch nötig haben.
Ein Abend mit viel Musik, mit Blockflöten, Elektrosounds und mehrstimmigen Gesang, mit sympathischen Darstellerinnen und Darstellern, die sich auf der Bühne wohlfühlen. (…) Mehr Anfang als Abriss.“