Thierry Escaich (*1965) ist einer der führenden französischen Komponisten unserer Zeit. Gleichzeitig gehört er zur internationalen Crème de la Crème der Organisten, der in seinen Konzerten regelmäßig mit beeindruckenden Improvisationen zu hören ist. Diese drei Elemente seines Künstlertums sind unauflöslich miteinander verknüpft und erlauben es ihm, seine musikalischen Ideen und Vorstellungen auf denkbar verschiedene Weise Wirklichkeit werden zu lassen. Nach seiner musikalischen Ausbildung am Pariser Conservatoire profilierte sich Escaich in den frühen 1990er Jahren als virtuoser Organist. 1997 wurde er zum Organisten an Saint-Étienne-du-Mont berufen, die mit einer der berühmten Orgeln von Aristide Cavaillé-Colle ausgestattet ist. Zu seinen Amtsvorgängern dort gehörte mit Maurice Duruflé eine der bedeutenden Persönlichkeiten der französischen Musik im 20. Jahrhundert. Gleichzeitig machte Escaich mit ersten Orgelwerken und seiner 1. Symphonie auf sich aufmerksam. Seither ist sein Werkkatalog auf über hundert Kompositionen von der Oper über sinfonische Werke bis zur Kammermusik angewachsen. Stilistisch ist Escaich einer Moderne ohne Scheuklappen zuzuordnen, in der über die Klangmittel der Tradition und der Avantgarde frei verfügt wird. Er steht in einer spezifisch französischen, von Ravel, Dutilleux und Messiaen geprägten Traditionslinie, die Klangsinnlichkeit mit gestalterischer Konsequenz verbindet. Seinem Ansatz entsprechend zeigt sich Escaich frei von Berührungsängsten etwa mit dem Jazz oder der Popularmusik, auf die er sich gern auf überraschende und überzeugende Weise bezieht. Seine vielfach von starkem rhythmischem Drive angetriebenen Werke haben weltweit ein großes Publikum gefunden und werden von den bekanntesten Dirigenten unsere Zeit aufgeführt. Unter den vielen Auszeichnungen, die Escaich erhalten hat, sticht die Berufung zum Titularorganisten der Pariser Kathedrale Notre Dame zur feierlichen Wiedereröffnung des berühmten Gotteshauses im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand hervor.
Die italienisch-amerikanische Geigerin Francesca Dego (*1989) gehört zu einer jungen Generation von Solist*innen, die dabei sind, die internationalen Konzertpodien erobern. In der Saison 2024|25 konzertierte sie erstmals mit Mendelssohns Violinkonzert mit dem London Symphony Orchestra, gefolgt von Debüts beim Dallas Symphony Orchestra und dem Luxemburg Philharmonic. Francesca Dego wurde in Lecco in Italien als Tochter italienisch-amerikanischer Eltern geboren. Sie erhielt ihre geigerische Ausbildung in den USA und in Italien, wobei sie von Salvatore Accardo und Shlomo Mintz wertvolle Impulse erhielt. In der internationalen Violinszene machte sie erstmals 2008 nachhaltig auf sich aufmerksam, als sie als jüngste Teilnehmerin und erste Italienerin seit 1961 die Finalrunde beim renommierten Paganini-Wettbewerb in Genua erreichte. 2012 folgte ihr Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon mit den 24 Capricci von Nicolò Paganini. Inzwischen steht sie exklusiv bei dem Label Chandos unter Vertrag, wo sie unter anderem 2024 eine preisgekrönte Einspielung der Violinkonzerte von Ferruccio Busoni und Johannes Brahms vorgelegt hat. Die Geigerin ist in aller Welt mit zahlreichen renommierten Orchestern aufgetreten, so in Japan mit dem NHK Symphony Orchestra, in den USA mit dem National Symphony Orchestra, Washington, D.C. und in Europa mit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem City of Birmingham Symphony Orchestra, und hat dabei mit Dirigent*innen wie Fabio Luisi, Philippe Herreweghe, Daniele Rustioni, Lionel Bringuier und Dalia Stasevska zusammengearbeitet. Zu ihren Kammermusikpartnern gehören unter anderem Francesco Piemontesi, Daniel Müller-Schott, Timothy Ridout und Jan Lisiecki sowie die Pianistin Francesca Leonardi, mit der sie eine außergewöhnlich dauerhafte künstlerische Zusammenarbeit verbindet. Francesca Dego lebt in London und spielt eine der wenigen erhaltenen Geigen von Francesco Ruggeri, gebaut 1697 in Cremona.
Als ehemaliger Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin von 2010 bis 2012 und des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von 2017 bis 2022 ist Patrick Lange als international nachgefragter Gastdirigent erfolgreich. So leitete er in der Saison 2024/25 Neuproduktionen am Landestheater Linz, am Pariser Théâtre des Champs-Élysées, an der Opera North in England und an der Wiener Staatsoper. 1981 in der Nähe von Nürnberg geboren, begann Patrick Lange als Achtjähriger seine musikalische Laufbahn im Knabenchor der Regensburger Domspatzen. Nach dem Abitur studierte er Dirigieren an den Musikhochschulen in Würzburg und Zürich. 2005 wurde er in das Förderprogramm Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen. Besondere Förderung erhielt Lange von Claudio Abbado, der ihn zum Assistenzdirigenten des Gustav Mahler Jugendorchesters ernannt, wo er zahlreichen international renommierten Dirigenten assistierte. Lange begann seine Laufbahn als Operndirigent in Zürich und Luzern. 2007 gab er sein Debüt an der Komischen Oper Berlin, wo er ab 2008 als Erster Kapellmeister und ab 2010 als Chefdirigent des Hauses wirkte. Im selben Jahr debütierte Lange an der Wiener Staatsoper, wo er seither regelmäßig zu Gast ist. Eine feste Zusammenarbeit verbindet ihn zudem mit der Opéra national de Paris. Weitere Engagements führten ihn unter anderem an die Semperoper Dresden, an das Royal Opera House in London, die Hamburgische Staatsoper, die Opera Australia in Sydney, die Bayerische Staatsoper in München, das Opernhaus Zürich, die Canadian Opera Company in Toronto, die Korean National Opera in Seoul, die Staatsoper Stuttgart, die Opéra national du Rhin in Strasbourg und die Oper Frankfurt. Im Konzertbereich arbeitet Lange mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, den Hamburger und Bamberger Symphonikern, dem Mahler Chamber Orchestra sowie den Sinfonieorchestern des SWR und WDR zusammen. Er absolvierte Konzerttourneen mit der Academy of St. Martin in the Fields, den Stuttgarter Philharmonikern, dem RSO Wien und mehrmals mit dem Bundesjugendorchester, dem er seit langem verbunden ist und das er zuletzt im April 2025 bei einer Konzertreise durch Deutschland mit der Geigerin Midori leitete.
Der Bariton Carl Rumstadt entstammt aus einer Musikerfamilie und steht seit seiner Kindheit in engem Kontakt zur Opernbühne. Er studierte Gesang an der Hochschule für Musik Nürnberg sowie an der Hochschule für Musik und Theater München. Carl Rumstadt war als Ensemblemitglied an den Theatern Bern und Trier beschäftigt sowie als Gastsolist tätig. Engagements führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden, an die Deutsche Oper Berlin, ans Royal Opera House Muscat, an die Oper Graz, an das Cairo Opera House, zur Münchner Biennale sowie an das Volkstheater Rostock. Zu den Rollen, die er bislang interpretiert hat, zählen u. a. die Titelpartien in Don Giovanni , Il Barbiere di Siviglia und Le nozze di Figaro sowie die Partien des Marcello in La Bohème , Rodrigo in Don Carlo , Dandini in La Cenerentola , Wolfram von Eschenbach in Tannhäuser , Danilo in Die lustige Witwe , Papageno in Die Zauberflöte und des Conte Almaviva in Le nozze di Figaro . Als Konzertsolist machte er u. a. in Johannes Brahms Deutschem Requiem , Felix Mendelssohn Bartholdys Elias , Gustav Mahlers Kindertotenliedern sowie Carl Orffs Carmina Burana von sich reden. Sein Fokus als Liedsänger liegt auf den Werken von Brahms, Mahler, Schubert und Wolf. 2022 gab er sein Debüt an der Staatsoper Unter den Linden als Herr Fluth in Die lustigen Weiber von Windsor und an der Deutschen Oper Berlin in der Uraufführung von Bernhard Ganders Lieder von Vertreibung und Nimmerwiederkehr . Seit der Spielzeit 2022/23 ist Carl Rumstadt festes Ensemblemitglied am Theater Bonn, wo er zuletzt u. a. in Produktionen wie Ein Maskenball , Agrippina oder Die Meistersinger von Nürnberg zu erleben war. (Stand: 05/2025)