Schauspiel • Ab März 2022

DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder Das Prinzip Nosferatu

von Sivan Ben Yishai • aus dem Englischen von Maren Kames

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DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder Das Prinzip Nosferatu

„Und Nacht ist es nicht, nur Tag kann es erst recht nicht sein.“

Eine Frau verlässt ihre Therapiesitzung und gerät in einen Gedankenrausch. Ein junger Immobilienmakler liegt schlaflos wach. Eine Frau verlässt müde und erschöpft ihre Arbeit, wird von einem Motorrad mitgenommen, nur um sich in Albträumen wiederzufinden.

Inspiriert vom Stummfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau, schickt die Autorin Sivan Ben Yishai ihre drei Erzähler-Stimmen auf einen rauschhaften Trip – zwischen Tag und Nacht, Albtraum und Klarheit, den Lebenden und den Untoten. Der junge Regisseur Paul Spittler inszeniert das Stück, bildhaft – musikalisch im Studio des Schauspiel Dortmund, als eine Suche nach dem Nosferatu-Prinzip. Was begehren wir? Was sind unsere Ängste? Was erwartet uns, wenn wir diesen Zwischenzustand verlassen haben werden?

Besetzung

Regie Paul Spittler
Ausstattung und Videodesign Nicole Marianna Wytyczak
Musik Nicolas Endlicher
Choreografie Jasmin Avissar
Dramaturgie Christopher-Fares Köhler
Live-Video/Video-Schnitt Tobias Hoeft
Licht Stefan Gimbel
Ton Robin Lockhardt
Regieassistenz Azeret Koua
Ausstattungsassistenz Elizaweta Veprinskaja
Inspizienz Tilla Wienand, Christoph Öhl
Soufflage Violetta Ziegler

Meinungen

Kritiken und Pressestimmen

Westfälischer Anzeiger

„Spittlers Inszenierung wartet mit etlichen schönen Effekten auf, so spiegeln die Videos den Text, so nehmen die souveränen, hellwachen Knoten an der Brust lauert. Schauspieler Motive daraus wieder auf einmal wuseln sie wie zuvor Würmer im Film als Menschenknäuel über die Bühne. Die spannende. sehr originelle Körpersprache wurde mit der Choreografin Jasmin Avissar eingeübt.“

23. März 2022
Trailer Ruhr

„Mit viel Laszivität und Witz und einer blutigen Badewanne auf goldenen Löwenfüßen steuert Spittler die Vampire durch die Nacht. Dabei wird schnell klar: Für das Gebot der freiwilligen Überforderung saugen sich die Unternehmer bis zur Blutleere aus, unfähig, sich dem Diktat der Optimierung zu widersetzen, unfähig, ihren Selbstwert zwischen Nutzen und eigenen Sehnsüchten zu verbessern. Das Prinzip Nosferatu eben. Die dunklen Fürsten der Gesellschaft leben gut davon.“

04. April 2022
Ruhr Nachrichten

„Der 1987 geborene Regisseur Paul Splitter inszeniert im Schauspiel Dortmund mit Sivan Ben Yishais ‚Die tonight, live forever oder Das Prinzip Nosferatu‘ ein Stück, das diese gesellschaftskritische Interpretationslinie von Murnaus Filmklassiker aufgreift: der Vampir als Allegorie einer spätkapitalistischen Leistungsgesellschaft, in der die Menschen die anderen oder eben sich selbst ausbeuten. (...)

(...) Yishais ‚Die tonight, live forever‘ ist ein Stück über die Generation Ich-AG, die sich abstrampelt, bis der Burnout droht. Und Paul Splitter klammert sich in seiner Inszenierung an die durchrhythmisierte Prosa der Vorlage. Wenngleich durch eine starke Bildsprache auch die Zerrissenheit der Figuren betont wird, etwa wenn diese sich auf der Bodenfläche spiegeln, oder ihre Schatten an den Wänden klettern.“

22. März 2022