Geboren und aufgewachsen im Münsterland, studierte Anna Tenti zunächst Philosophie und Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und wechselte schließlich zur Theaterwissenschaft an die Ruhr-Universität Bochum. Seit der Spielzeit 2020/21 ist sie als Regieassistentin am Schauspiel Dortmund tätig. In der ersten Spielzeit inszenierte sie hier die deutschsprachige Erstaufführung von Nona Fernández' Mädchenschule . Anschließend übernahm Anna Tenti gemeinsam mit Jessica Weisskirchen die künstlerische Leitung des Festivals SUMMER UP7#digital, sowie von SUMMER UP7#analog in der Spielzeit 2021/22. In Dortmund waren außerdem ihre szenischen Arbeiten Dynamite! #1 wasweißichwas so wie das IGTV Auf die Straße?!? zu sehen. Vor ihrem Engagement in Dortmund war Anna Tenti Gast-Regieassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Grillo-Theater Essen. Die Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 verbrachte sie im Festengagement als Regieassistentin am Schauspiel Köln. Dort feierte Anfang 2020 ihre Debütinszenierung Roberto Bolaños Lumpenroman Uraufführung. In Köln kuratierte sie zudem das Festival BRITNEY X – 3 DAYS ABOUT YOUR FEELINGS, YOUR SEX IN OUR SOCIETY (Spielzeit 2018/19) sowie die digitale Ausgabe BRITNEY X – KNOW THAT YOU'RE TOXIC als zweitägigen Livestream (Spielzeit 2019/20). Darüber hinaus entstanden gemeinsam mit dem Ensemble weitere eigene szenische Arbeiten ( ARBEITSTITEL 6 , Was, wenn wir die Grenzen 1 Meter weiter nach links verschieben ) und szenische Lesungen ( Bomb something or go to the Moon , El Ojo Silva , Impulse für eine Demokratie der Moderne ). Anna Tenti ist Teil des K*WERK NRW. In der Spielzeit 2022/23 inszeniert sie Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza auf der großen Bühne des Schauspiel Dortmund.
Dr. Maryam Palizban, geboren 1981 in Iran, ist Theaterwissenschaftlerin, Autorin, Schauspielerin und Regisseurin. Sie promovierte 2014 an der Freien Universität Berlin und dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin über „Figurationen des Märtyrers“. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) im Projekt „Figurationen des Märtyrers in nahöstlicher und europäischer Literatur“ (2012-2015); mit den Projekten „Märtyrer auf der Bühne. Aufführung des Märtyrertums in Ta’ziya als ein schiitisches Theater-Ritual“ und „Märtyrer des Ersten Weltkrieges 1914–1921“. Außerdem war sie Stipendiatin am Käte Hamburger Kolleg der Ruhr-Universität Bochum und veröffentlicht regelmäßig in Deutsch, Englisch und Farsi über Kultur- und Kunsttheorie, Philosophie und Religionswissenschaft. Im Iran ist sie als Filmschauspielerin durch Filme wie Deep Breath (Cannes 2003) und LANTOURI (Berlinale 2016) sowie als Dichterin bekannt geworden. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen, war u. a. durch die iranische Filmakademie und des Fajr Film Festivals für Deep Breath als beste Hauptdarstellerin nominiert . Ihre Dissertation, „Performativität des Mordes“ ist 2017 beim Kadmos Verlag erschienen. Seit 2005 lebt sie in Berlin und und arbeitet dort sowie in Teheran als Wissenschaftlerin und Künstlerin. Seit 2021 ist sie Stipendiatin am Zentrum für Islamische Theologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und am Schloss Wiepersdorf.
Philipp Armbruster studierte Klavier und Dirigieren an der Folkwang Universität der Künste in Essen und wurde während des Studiums als Liedbegleiter mit dem Preis der Deutschen Schubert-Gesellschaft e. V. ausgezeichnet. Seine Engagements führten ihn an die Opernhäuser in Stuttgart, Essen, Bremen, Mannheim, Dublin, Leipzig und Dresden. Als Dirigent arbeitete er u. a. mit den Düsseldorfer Symphonikern, dem Sinfonieorchester Wuppertal, dem Filmorchester Babelsberg und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. In den letzten Spielzeiten oblag ihm an der Oper Dortmund die Musikalische Leitung u. a. der Deutschen Erstaufführung von Luca Francesconis Quartett , ferner von Wo die wilden Kerle wohnen, Jekyll & Hyde, Im weißen Rössl , Sehnsucht. Ein barockes Pasticcio sowie die Uraufführung von Bernhard Langs Der Hetzer , eine Auftragskomposition der Oper Dortmund. In der Spielzeit 2020/21 gastierte er als Assistent von Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden Berlin für die dortige Neuinszenierung von Quartett . 2021/22 debütierte er ebenda als Dirigent der Neuproduktion Die arabische Nacht von Christian Jost. An der Oper Dortmund war Philipp Armbruster bis zur Spielzeit 2021/22 als 2. Kapellmeister beschäftigt, wo er zuletzt die Neuproduktion der Operette Die lustige Witwe leitete . 2022/23 kehrt er als Gast an die Oper Dortmund zurück und übernimmt hierbei die Musikalische Leitung von La Juive .
Damon Taleghani ist Autor und Musiker, hat von 2015 bis 2020 Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert und lebt in Berlin. Seine Veröffentlichungen umfassen Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien (Bella Triste, JENNY, Vergangenheit Vorhersagen) sowie mehrere Musikvideos. Als Autor, Soundkünstler und Musiker ist er auf Festivals wie der Fusion 2022 und bei diversen anderen Live-Formaten von Zagreb bis London aufgetreten. Für das Buchprojekt Macetti über das Exil der leninistischen Tudeh-Partei des Iran in der DDR erhielt er 2021 das Recherchestipendium Literatur des Berliner Senats und war von 2020 bis 2022 Stipendiat des erinnerungspolitischen Schreiblabors „Vergangenheit Vorhersagen“ mit Luna Ali am Düsseldorfer Schauspielhauses. 2022 ist er Stipendiat der Akademie Schloss Solitude.
Malin Kemper (alle Pronomen) wuchs in Nordrhein-Westfalen auf und sammelte erste Theatererfahrungen im Jugendklub des Schauspielhaus Düsseldorf und des Maxim Gorki Theater Berlin. Von 2014 bis 2018 studierte Malin Schauspiel an der Universität für darstellende Kunst Graz, es folgte ein Festengagement am Theater Heilbronn. Seit 2020 lebt Malin in Köln, arbeitet freischaffend in Film und Fernsehen sowie freien Projekten wie dem inklusiven Filmprojekt Feeling Good – With Good Feelings mit der Regisseurin Katharina Weishaupt. Des weiteren arbeitet Malin zurzeit gemeinsam mit der Tänzerin Amanda Romero Canepa an der Verwirklichung der Performance mind/my/body , welche durch die TakeHeart Prozessförderung gefördert wird und sich mit dem Thema Mental Health von FLINTA* Personen beschäftigt. In der Spielzeit 2022/23 ist Malin als Gäst*in am Kinder- und Jugendtheater in Alice im Wunderland zu sehen.
Pinar Tuzcu promovierte im Juni 2015 am Lehrstuhl für Soziologie der Diversität an der Universität Kassel und arbeitete von Juni 2015 bis Juni 2018 als Postdoc Forscherin am selben Lehrstuhl. Von Oktober 2019 bis April 2020 hatte sie eine Vertretungsprofessur am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne. Von 2016-2020 war sie eines der gewählten Vorstandsmitglieder*innen der Sektion „Frauen- und Geschlechterforschung“ der Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS). Tuzcu ist Autorin des Buches Ich bin eine Kanackin‘ Decolonizing Popfeminism. Transcultural Perspectives Lady Bitch Ray (Transcript Verlag, 2017) und die Co-Editorin des Buches „Migrantischer Feminismus” (edition assemblage Verlag, 2021). Sie ist Mitbegründerin und derzeit stellvertretende Vorsitzende der DeKolonial e.V Fachgesellschaft für rassismuskritische, dekoloniale und postkoloniale Theorie und Praxis und arbeitet weiterhin als Postdoktorandin am Fachgebiet Soziologie der Diversität an der Universität Kassel. Dort forscht und lehrt sie gerade über das Thema „Digital Justice“ und „Cyberkolonialismus“ aus antikolonialen feministischen Perspektiven.
Dr. Reyhan Şahin, vielen auch bekannt unter dem Künstlernamen „Lady Bitch Ray“, ist als Wissenschaftlerin, politische Aktivistin, Buchautorin, Performance-Künstlerin, Rapperin, Modedesignerin, Journalistin und Bildungsreferentin tätig. Şahin studierte Allgemeine Sprachwissenschaften, Germanistik und Erziehungswissenschaften in Bremen und promovierte 2012 im Fach Linguistik/Language Science zum Bedeutungssystem des muslimischen Kopftuchs in Deutschland. Ihre Dissertation „Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs“ ist die erste umfassende Studie zu diesem Gebiet und wurde 2013 mit dem Deutschen Studienpreis ausgezeichnet. Im Anschluss daran führte sie von 2014 bis 2017 ihr Postdoc-Projekt zur virtuellen (Selbst)-darstellung von jungen Muslim*innen in sozialen Medien und zur Vielfalt der Lebenswelten von Muslim*innen in Deutschland durch. Derzeit forscht sie in den Themengebieten Neue Rechte, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Islamismus, Intersektionalität und Gender. Seither hat sie auch nebenher Hip Hop-Forschung durchgeführt. Seit 2020 verfasst und performt sie daneben Spoken Word-Texte zu Themen wie Rassismus, Feminismus, Intersektionalität und Sexualität durch. 2011 veröffentlichte sie ihre Dissertation „Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs (Lit-Verlag), 2012 veröffentlichte sie ihr feministisches Pamphlet „Bitchsm“ (VS-Verlag /Panini Books), in dem sie bereits früh auf intersektionell-(queer)feministische Themen, wie etwa islamischen Feminismus, Hip Hop und Feminismus in Deutschland einging und diese in Bezug zu ihrer eigenen Biografie setzte. Ihre zuletzt erschienenen Bücher sind: Yalla, Feminismus! (9/2019 bei Tropen/Klett Cotta) und Lady Bitch Ray über Madonna (04/2020 bei Kiepenheuer&Witsch). Şahin ist zudem als Bildungsreferentin im Bereich Antirassismus, Prävention, Islam, Feminismus, Empowerment und Gender tätig. Daneben hat sie auch im Bereich „Ausstiegsarbeit Rechts“ gearbeitet, wo Ausstiegsmöglichkeiten für extrem rechts orientierte Menschen angeboten werden. Als Journalistin, Moderatorin und freie Autorin war Şahin von 2002 bis 2006 bei Funkhaus Europa (Radio Bremen/WDR) tätig, bis der Sender 2006 sie wegen ihrer „obszönen Raptexte“ nicht mehr beschäftigte. Seitdem schreibt sie als freie Autorin für die SZ, taz und Missy Magazine. Als Filmschauspielerin debütierte sie im Film Chiko von Özgür Yildirim/Fatih Akin in 2008. Reyhan Şahin ist mit ihrer musikalischen Arbeit in Form von „Lady Bitch Ray“ als (queer)feministische Pionierin des Deutschrap zu betrachten. Anlehnend an Schwarze US-amerikanische Musikerinnen wie z.B. Lil‘ Kim und Missy Elliott besetzte sie als erste Rapperin Deutschlands sexpositive und intersektionell-feministische Themen in Rapsongs und führte den positiv reclaimten Begriff „Bitch“ in den Deutschrap ein.
Benedikt Peters wurde 1994 in Iserlohn geboren. Nach seinem Abitur studierte er zunächst Musikwissenschaften an der Hochschule Detmold und Lehramt für Musik an der Universität Paderborn. Seit 2019 studiert er Schauspiel, Gesang und Tanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Im Rahmen seines Studiums wirkte er u. a. in She Loves Me (Regie: Gil Mehmert) und Anything Goes (Regie: Sandra Wissmann) am Theater Solingen mit. Neben seinem Studium spielte er von 2021 bis 2022 die Hauptrolle in dem Musical Wenn Rosenblätter fallen im KATiELLi Theater in Datteln (Regie: Katharina Koch). In der Spielzeit 2022/23 gibt er in Cabaret sein Debüt an der Oper Dortmund.