Dr. Noa Ha ist postkoloniale Stadtforscherin. Sie lehrte und forschte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin und Dresden. Derzeit ist sie Gastdozentin im MA Spatial Strategies an der Weissensee Kunsthochschule Berlin und leitet in Vertretung den Nationalen Rassismus- und Diskriminierungsmonitor (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind postkoloniale Stadtforschung, migrantisch-diasporische Erinnerungspolitik, kritische Integrationsforschung und Rassismuskritik. Ihre Publikationen sind in verschiedenen Sammelbänden, Journals und Katalogen erschienen, demnächst erscheint der Sammelband „European Cities: Modernity, Race and Colonialism“ bei Manchester University Press, den sie mit Dr. Giovanni Picker, University of Glasgow, herausgegeben hat, sowie ihr Artikel „Städtische Episteme dekolonisieren: Europa und die Europäische Stadt nach 1989 als koloniale Ordnung“ im Band „Geographien der Kolonialität“, herausgegeben von Sybille Bauriedl und Inken Carstensen-Egwuom. Foto: (c) privat
Musik entsteht aus einer Erfüllung. Das Publikum spürt, ob auf der Bühne jemand empfindet, was er ausdrückt, oder imitiert, was er glaubt, empfinden zu müssen. Julian Steckel spielt wie jemand, der etwas Lebendiges zu teilen hat. „Als Interpret vertraue ich meiner inneren Landschaft immer mehr und lasse das Publikum hinein. Es ist eine Verwundbarkeit, die einen letztlich aber stärker macht.“ Das sagt der Cellist Ende 2018, dem Jahr, in dem sein erstes Kind geboren wurde. Seine Überzeugungskraft ist gewachsen, die eigenen Bilder sind reicher geworden. Steckel ist bereit, sich für die Musik und sein Publikum in die Waagschale zu werfen. Er ist sich dabei seiner Verantwortung für das bewusst, was häufig der ‚Wille des Komponisten‘ genannt wird: In der ernsthaften Auseinandersetzung mit der Partitur spürt er den Verbindungen nach, die ein Stück im Inneren zusammenhalten. „Wenn du nur ein Zimmer einer Wohnung kennst und nicht weißt, dass die Wohnung noch sieben weitere hat, kannst du nicht einmal das Zimmer verstehen.“ Wenn er auf die Bühne geht, weiß man die Musik bei ihm gut aufgehoben, freut sich darauf zu hören, was er in ihr findet, verlässt sich darauf, was die Musik durch ihn sagen will. „Was passiert dabei? Es gerät die Musik in den Mittelpunkt. Man merkt plötzlich, man sitzt da nicht drin um einem Star zu lauschen, sondern tatsächlich um Haydn, Schumann, Dvorak oder neue Musik zu entdecken.” (Süddeutsche Zeitung / Auftakt, Harald Eggebrecht, Februar 2016) Erfahrungen, Erinnerungen, Orte, Begegnungen häuft das Leben automatisch an. Was einen Menschen auszeichnet ist, wie er daraus hervorgeht: Nach dem Gewinn des ARD-Musikwettbewerbs 2010 ging Julian Steckels Solokarriere los. Seitdem trat er mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und den Sankt Petersburger Philharmonikern auf. Er arbeitete unter anderem mit den Dirigenten Christoph Eschenbach, Sir Roger Norrington, Valery Gergiev, Jakub Hrůša, Mario Venzago, Fabien Gabel, John Storgårds, Lahav Shani, Antony Hermus, Christian Zacharias und Michael Sanderling. Im Bereich der Kammermusik gehören und gehörten Janine Jansen, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Renaud Capuçon, Veronika Eberle, Vilde Frang, Karen Gomyo, Antoine Tamestit, Lars Vogt, Elisabeth Leonskaja, Paul Rivinius, Denis Kozhukhin und die Quartette Modigliani, Armida und Ébène zu seinen Partnern. Wenn Steckel über bisherige Stationen und Begegnungen spricht, dann merkt man: Er lässt sich nicht von äußeren Erwartungen treiben, sondern vertraut einem organischen Wachsen, den Dingen, die auftauchen, wenn man mit einem wachen Bewusstsein durch das Leben geht. Sein Spiel ist von einer Mühelosigkeit, die keine technischen Grenzen zu kennen scheint. Eine energische Kraft, die aus wenig Aufwand entsteht. Etwas, was viele suchen und nur wenige finden. Talent und die Kindheit im musikalischen Elternhaus sieht er als Geschenk, genau wie die Begegnung mit seinen Lehrern. „Schon mein erster Lehrer hatte Leichtigkeit und Einfachheit zum Kernprinzip des Spielens erhoben. Hör dir zu, plane, was du tust, mach es lieber gleich richtig. Dieser Einsicht verdanke ich eigentlich alles.“ Julian Steckel studierte bei Ulrich Voss, bei Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje Weithaas. Heute unterrichtet er selbst, als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München. In der vergangenen Saison ist Julian Steckel u. a. mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, den Dortmunder Philharmonikern und dem Saarländischen Staatsorchester mit Sébastien Rouland am Pult sowie mit dem Residentie Orkest Den Haag unter der Leitung von Nicholas Collon und dem Orchestra della Toscana in Florenz aufgetreten. Ferner brachte er mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg unter Elias Grandy Karola Obermüllers Konzert für Violoncello und Orchester zur Uraufführung. In der Spielzeit 2021/22 ist Julian Steckel u. a. mit der Badischen Staatskapelle und Schostakowitschs ersten Konzert für Violoncello und Orchester, den Dortmunder Philharmonikern, dem Sinfonieorchester Aachen, Philharmonischen Orchester Cottbus und dem ersten Cellokonzert von Camille Saint-Saëns, Sinfonieorchester Münster sowie Belgrade Philharmonic Orchestra zu erleben. Daneben bleibt Kammermusik für ihn Inspirationsquelle und kommunikativer Nährboden: Geplant sind Konzerte mit Josef Špaček im Rudolfinum Prag sowie mit langjährigen Partnern wie Antje Weithaas, Tobias Feldmann, Lise Berthaud, William Youn und Kiveli Dörken – unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, im Schauspielhaus Bochum, in Vevey und in Schwetzingen. Zudem stehen Konzerte im Trio mit Sharon Kam, Enrico Pace sowie mit dem Quatuor Modigliani in der Kölner Philharmonie und in Fürth auf dem Plan. Foto: (c) Marco Borggreve
Nach dem Studium in Physikalischer Technik in Iserlohn sowie in Musik (Hauptfach Klarinette) in Dortmund unterrichtet Henning Hagedorn Physik und Musik an einem Gymnasium in Menden. Derzeit promoviert er an der Universität Paderborn zum Thema „Paul Abraham und die Jazz-Operette“. Zusammen mit Matthias Grimminger ist er der Herausgeber der Neuedition von Im weißen Rössl und der Operetten Paul Abrahams. Darüber hinaus ist er als Arrangeur für Orchester und Musiktheater tätig. Foto: (c) Uli Steinfort
Milena Noëmi Kowalski studierte Szenische Künste mit den Schwerpunkten zeitgenössisches Theater, Literatur und Medien an der Universität Hildesheim und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Sie arbeitete für verschiedene Theater- und Filmfestivals und war als Dramaturgiehospitantin unter anderem beim Theater- und Performancefestival Foreign Affairs in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und am Staatsschauspiel Hannover tätig. Am Theater Osnabrück übernahm sie Dramaturgien für die Bereiche Schauspiel und Tanz, realisierte Stadtprojekte und war am Festival Spieltriebe beteiligt. Mit ihrem Kolletiv fuchs&flaneure produziert sie Audiowalks und Projekte im öffentlichen Raum. Seit der Spielzeit 2019/20 arbeitet Milena Noëmi Kowalski als Dramaturgin für das Kinder- und Jugendtheater (KJT) am Theater Dortmund. Ab der Spielzeit 2022/23 ist sie außerdem stellvertretende Intendantin.
Der Bass-Bariton Yisae Choi, geboren 1992 in Cheongju (Südkorea), schloss sein Bachelorstudium in Gesang 2016 an der Kyung-Hee-Universität ab. Während dieser Zeit übernahm er u. a. die Partie des Colline ( La Bohème ). Seit dem Sommersemester 2018 studiert er Gesang mit den Schwerpunkten Oper und Konzert im Master an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim bei Prof. Snezana Stamenkovic. Während seines Studiums gewann er einen Sonderpreis beim Internationalen Opernwettbewerb Rita Gorr 2019 in Belgien und erhielt den 2. Preis beim Anneliese Rothenberger Wettbewerb 2019 in Deutschland. Es folgten der 1. Preis beim internationalen Gesangswettbewerb Immling und der Sonderpreis „Premio Eva Kleinitz“ beim internationalen Gesangswettbewerb CLIP Portofino in Italien. Zuletzt stand er als Aeneas ( Dido and Aeneas ) im Saalbau Neustadt auf der Bühne. Seit der Spielzeit 2021/22 ist Yisae Choi Mitglied des Opernstudios NRW.
Seine musikalische Ausbildung im Fach Schlagzeug erhielt Louis-Pierre Janquin von 2005 bis 2009 am Conservatoire Marcel Dadi créteil bei Francis Brana und Jacques-François Juskowiak. An der Musikhochschule Trossingen setzte er seine Studien bei Prof. Franz Lang fort. Schon während dieser Zeit sammelte Louis-Pierre Janquin umfassende Erfahrungen im Orchesterspiel. So war er von 2006 bis 2009 beim Orchestre Royal Philharmonique de Liège engagiert und spielte 2009/10 beim RTE Concert Orchestra / Radio Orchestra Dublin. In der folgenden Spielzeit war er beim Orchestre de la Radio du Luxembourg tätig und ging anschließend als Praktikant an Deutsche Oper am Rhein (Duisburg). Seit 2012 ist Janquin 1. Schlagzeuger der Dortmunder Philharmoniker. Foto: (c) Leszek Januszewski
Zeynep Topal wurde 1993 im Ruhrgebiet geboren. Schon im Alter von elf Jahren begann ihre Theaterreise. Als Jugendliche wirkte sie in etlichen Jugendclubs an Theatern im Ruhrgebiet mit, darunter viel beachtete Produktionen am Jungen Schauspielhaus Bochum, TheaterKohlenpott Herne und auch bereits am Kinder- und Jugendtheater Dortmund. Seit 2010 nahm sie regelmäßig am Theaterprojekt Pottfiction teil. Dieses Projekt entfachte endgültig ihre Liebe für die Kunst und das Theater. Dennoch blieb sie vorerst in ihrer Heimat und schloss 2014 eine Ausbildung als Sport-, Tanz- und Gymnastiklehrerin ab. Bereits während der Ausbildung folgten weitere Produktionen an unterschiedlichen Häusern u. a. in Köln. 2018 begann sie dort ihre Schauspielausbildung, die Sie 2022 erfolgreich abschließt. Aktuell wirbelt sie weiter durch die freie Theaterszene in NRW, gibt Workshops, arbeitet als Sprecherin, steht vor der Kamera und ist Mitorganisatorin der jährlichen Europefiction-Camps.
Der Schauspieler mit nigerianischen Wurzeln ist seit vielen Jahren in verschiedenen Produktionen des Kinder- und Jugendtheater Dortmund (KJT), darunter Weltreise , Robin Hood , Die Winterreise , Aladin und die Wunderlampe , Der Zauberer von Oz , Peters Reise zum Mond , Strafraumszenen . Weitere Engagements führten ihn u. a. an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Köln, Schauspielhaus Düsseldorf, die Theater in Lübeck, Bremen, Konstanz und Freiburg, das Theater Kohlenpott sowie das Theater an der Ruhr in Mülheim. Seit 2021 spielt Jubril Sulaimon mit dem Fernsehstar Martin Brambach in dessen Inszenierung Fabian oder Der Gang vor die Hunde von Erich Kästner.