Kunst trifft Wissenschaft: Die Helmholtz Information & Data Science Academy (HIDA) und die Akademie für Theater und Digitalität Dortmund schreiben erneut zwei Forschungsstipendien für Künstler*innen, Techniker*innen und Wissenschaftler*innen aus, die an der Schnittstelle zwischen digitaler Kunst und digitaler Spitzenforschung arbeiten wollen. Bewerbungen sind noch bis 15. Mai möglich. Mit dem gemeinsamen Projekt wollen HIDA und die Akademie für Theater und Digitalität die Entwicklung von Formaten fördern, die das Thema Data Science künstlerisch für die Öffentlichkeit erschließen. Spitzenforschung, die mit künstlicher Intelligenz arbeitet, wird so für den Theater- und Kulturbetrieb von morgen zugänglich gemacht. Für die Stipendiat*innen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: Sie können mit innovativen Methoden experimentieren, digitale Ökosysteme erforschen sowie mit ihren aktuellen Erkenntnissen den Transfer zwischen Kunst, Information und Data Science befördern. Das fünfmonatige Residenzstipendium wird an der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität sowie an einem der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft absolviert. Die Stipendien sind dazu bestimmt, Wissenschaftler*innen und Theaterschaffenden zu ermöglichen, Forschungsprojekte zu beginnen, Entwürfe zu realisieren und begonnene Arbeiten fortzusetzen bzw. zu vollenden. Dazu vergeben HIDA und die Akademie zwei fünfmonatige Stipendien (inklusive Kostenübernahme von Reisen, Wohnung etc.) und gewähren einen Arbeitsplatz und Zugang zu Netzwerken sowie Hard- und Software der beteiligten Institutionen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstler*innen, Techniker*innen und Wissenschaftler*innen , die an der Erforschung von künstlerischen, technischen und wissenschaftlichen Fragenstellungen im Kontext digitaler Narrationen in theatralen Zusammenhängen sowie deren praktischer Umsetzung interessiert sind. Der Förderzeitraum ist möglich vom 01. September 2022 bis 30. Juni 2023. Bewerbungen können bis zum 15. Mai 2022 eingesendet werden an fellowship-application@theater.digital Weitere Informationen unter https://www.helmholtz-hida.de/kunst-trifft-wissenschaft-austauschprogramm https://theater.digital
11.04.2022
Ukrainische Nationalhymne
Die Plattform Wissen auf nachtkritik.plus bündelt und reflektiert den erreichten Stand der Entwicklung im Bereich Theater und Digitalität. Bereits jetzt sind dort fast achtzig Beiträge zu diversen technischen Tools, Tutorials und Werkstatt-Gespräche zu finden, die digitale Technologien und ihre Anwendung erklären oder Erfahrungen damit reflektieren. Das Portal ist als offene Plattform angelegt, an der sich jede*r beteiligen und eigene Beiträge beisteuern kann. Ziel ist, das Wissen im Bereich Theater und Digitalität für so viele Interessierte wie möglich zugänglich zu machen und einen Austausch darüber zu ermöglichen. Kooperationspartner von nachtkritik.de sind die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund und die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG), die bereits wichtige Inhalte zur Verfügung gestellt haben. Am 10. März 2022 um 19:30 Uhr wird das Portal mit einer digitalen Veranstaltung eröffnet: Digitales Wissen @nachtkritik.de oder: Warum wir glauben, dass das wichtig ist. 19:30 Uhr: Begrüßung und Vorstellung des Portals Mit: Kai Festersen, Timo Raddatz und Esther Slevogt. Moderation Christian Rakow. (Dauer: 15 min) Die Digitalisierung verändert Öffentlichkeit und Gesellschaft. Und sie verändert das Theater. Als Portal für Theaterkritik, Diskurse und Informationen rund um das Theater eröffnet nachtkritik.de eine Wissensplattform für Digitalität und Technologie im Theater. Warum und wie, erklären Kai Festersen, Timo Raddatz und Esther Slevogt. 19:45 Uhr: Im/material Theatre Spaces - Erweiterte Realitäten zwischen Kunst und Technik Präsentation von Franziska Ritter / Pablo Dornhege (digital.DTHG). Theater ist seit jeher Vorreiter für die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien, es ist Ort für künstlerische und technische Innovation, Experiment und Forschung. Mit dem Forschungsprojekt Im/material Theatre Spaces hat die DTHG untersucht, welche Potentiale Neue Technologien wie Virtual und Augmented Reality vor, hinter und auf der Bühne entfalten können – ob als kreatives Entwurfswerkzeug, als Konstruktionshilfe für virtuelle Bauproben, als didaktischer Lehr- und Lernraum, oder als Vermittlungsinstrument für Theatergeschichte. Die praxisnah in Kooperation mit Theatern, Firmen und freien Ensembles entwickelten prototypischen Musterlösungen und Arbeitsmethoden sind nachhaltig übertragbar - die Erkenntnisse werden auch auf der Wissensplattform von nachtkritik.plus veröffentlicht. Franziska Ritter und Pablo Dornhege leiten das Forschungsprojekt "Im/material Theatre Spaces" und sind Beauftragte für Digitalität und Neue Technologien der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG). 20:15 Uhr: Making Of: Digitaltheater. Showcase des Fellowship_5 der Akademie für Theater und Digitalität Teilnehmende am Fellowship Programm der Akademie für Theater und Digitalität stellen die Projekte vor, an denen sie während ihrer 5 Monate in Dortmund geforscht haben. Das Programm richtet sich an alle Menschen, die sich im Theater-Kontext mit digitalen Technologien auseinandersetzen, und bietet den von einer unabhängigen Jury ausgewählten Stipendiat*innen den Rahmen, ohne Produktionsdruck künstlerisch zu forschen. Im 5. Semester (Fellowship_05) forschten Elena Tilli/Samuel Chan, Yvonne Dicketmüller, Luise Ehrenwerth, Katie Hawthorne, Kiran Kumar/Kai Tuchmann, Peter Lorenz/Johannes Payr, Elena Tilli/Samuel Chan an der Akademie. Einführung, Präsentation & Moderation: Martina Leeker AI Assisted Theatrical Design – Elena Tilli und Samuel Chan Das Team setzt dort an, wo Vorstellungkraft und Kommunikationsmöglichkeiten und Machbarkeit ihren Schnittpunkt, vor allem aber ihre Grenzen haben. Anhand tausender Bilder von Bühnen und weiterem Bildmaterial trainieren sie eine künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe es möglich sein soll, 2-dimensionale Modelle von möglichen Bühnenbildern herzustellen, die zu einem 3-dimensionalen Modell verarbeitet werden können. Der Clou: mit diesen Modellen sollen sich auch verschiedene Beleuchtungsszenarien, Projektionsmöglichkeiten und Umbauten simulieren lassen. Automating the Audience – Katie Hawthorne Wie wird das Publikum der Zukunft aussehen? Mit dieser Frage nahm Katie Hawthorne ihr Fellowship an der Akademie auf. Nachdem sie sich im Rahmen ihres PhD mit dem Konzept der "Liveness", also dem Live-Erlebnis und was es ausmacht, beschäftigt hat, spinnt sie den Gedanken hier weiter. Digitale Technologien, ausgehend vom Computer übers Smartphone bis hin zu Live-Schalten, aber auch virtuelle Realitäten verändern nicht nur die künstlerischen Formate, sondern letztendlich auch das, was wir so selbstverständlich Publikum nennen. Connecting:stitches - Luise Ehrenwerth Die Kostümbildnerin beschäftigt sich im Rahmen ihres Forschungsprojektes mit digitalen Technologien im Bereich textiler Gestaltung. Dabei verwebt sie unter anderem leitfähige Materialien mit Stoffen, die das Einarbeiten von Mikrocontrollern ermöglichen. Beim "Smart Costume" kann das Gewand mit den anderen Bühnenelementen in Verbindung treten. An anderer Stelle setzt sich Ehrenwerth mit Augmented Reality auseinander und vernäht visuelle Marker, mithilfe derer das Kostüm virtuell erweitert und variiert werden kann. Dear Dead Doctor - Kiran Kumar und Kai Tuchmann Die gemeinsame Recherche des Tänzers Kiraṇ Kumār und des Dramaturgen Kai Tuchmann dient der Entstehung von "Dear Dead Doctor". In der Form eines offenen Briefes an Kirans verstorbenen Großvater, der ein Doktor der westlichen Medizin gewesen ist, erforscht das Projekt performative Strategien, medizinisches und somatisches Wissen auf der Bühne in einen Dialog zu bringen. "Dear Dead Doctor" versucht das Digitale so einzusetzen, dass es aus der Form der Autobiografie herausreicht und zur Mythographie überleitet, die in jeder Aufführung kollektiv und situiert neu erschaffen wird. Somit hinterfragt Kumar und Tuchmanns Recherche, wie das Digitale, die (in der Schriftkultur begründeten) Prozesse und Protokolle des Dokumentarischen erweitern kann. Digital Fabrics - Yvonne Dicketmüller Die Künstlerin und freie Theatermacherin befasste sich an der Akademie mit 3D gedruckten Stoffen und textilen Elementen, und schließlich konnte sie ganze Kleidungsstücke mit verschiedenen Bewegungsqualitäten herstellen. Neben 3D-Druck forschte sie an spezieller Software und Programmiertechniken, mit denen sich etwa Herstellungsprozesse einzelner Elemente effizienter gestalten oder sich Materialien mit verschiedenen Eigenschaften produzieren lassen. Theater Delivery & Robotic Performance Space - Johannes Bereiter-Payr und Peter Lorenz Johannes Payr, Künstler, Techniker und Wissenschaftler, inszeniert gemeinsam mit dem Regisseur und experimentellen Theatermacher Peter Lorenz ein partizipatives Theatererlebnis für das eigene Wohnzimmer- im Pizzarkarton. Mithilfe der digitalen Technologien, die aufwendig in der zunächst unscheinbaren Schachtel verbaut sind, erschafft das Duo ein haptisches, interaktives Performance-Erlebnis, das zum Mitmachen einlädt: sie verstehen ihre Arbeit als "Open Source"-Projekt, das von lokalen Maker-Communities selbstständig gebaut und auch weiterentwickelt werden kann. 21:15 Uhr: Panel Making Of: Digitaltheater II – Künstlerisch forschen. Archivieren, Distribuieren, Reflektieren Gespräch über Künstlerische Forschung und Ergebnissicherung. Mit: Marcus Lobbes (Direktor Akademie Theater und Digitalität, Dortmund), Pablo Dornhege / Franziska Ritter (digital.DTHG), Ilja Mirsky (Dramaturg, Programmierer und Medienkünstler, Tübingen) und Esther Slevogt (nachtkritik.de, Berlin). Moderation: Martina Leeker Die Beteiligten Pablo Dornhege erforscht, entwickelt und gestaltet reale und virtuelle narrative Räume. Als Gastprofessor leitete er den Studiengang Entwerfen Raumbezogener Systeme an der Universität der Künste Berlin. Neben seiner Tätigkeit als freier Szenograf unterrichtet und forscht er an einer Reihe von Hochschulen im In- und Ausland. Er beratend die Entwicklung der Wissensplattform nachtkritik.plus unterstützt. Kai Festersen ist Theaterregisseur, Initiator und Entwickler von theaterkanal.de (inzwischen offline) und theatertexte.de, künstlerischer Betriebsdirektor der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, kurzzeitig Betriebsdirektor der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, im Hauptberuf derzeit Chefdisponent am Schauspielhaus Bochum, maßgeblich an der konzeptionellen Entwicklung von nachtkritik.plus beteiligt. Martina Leeker (Priv.-Doz.) ist Medien- und Theaterwissenschaftlerin. Ihre Forschungsgebiete sind u.a. Digitale Kulturen, Performativität und Digitalität, Kritische Medientheorie, Theater und Medien, Art and Technology. Sie ist Initiatorin des Respectful Nettheatre Cannel und lehrt zur Zeit an der Universität Köln. Im Kontext des Portals Wissen auf www.nachtkritik.plus entwickelt sie aktuell gemeinsam mit Esther Slevogt die Reihe zu Geschichte und Gegenwart von Theater und Liveness im Internet Performing Internet oder: Wie das Theater ins Netz kam Marcus Lobbes ist Direktor der Akademie für Theater und Digitalität, der 2019 neugeründeten, sechsten Sparte am Theater Dortmund. Er arbeitet seit 1995 als Regisseur, Ausstatter und Autor im Musik- und Sprechtheater. Seit 2014 wird er regelmäßig als Gast an renommierte Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen. Ilja Mirsky ist Dramaturg (am Institut für theatrale Zukunftsforschung im Zimmertheater Tübingen, 2019-2022), Programmierer und Medienkünstler. Ilja promoviert zu Mensch-KI Interaktionen an der Universität Tübingen und an der Züricher Hochschule der Künste, ZHdK. Er doziert zu Methoden der digitalen Dramaturgie an der Theaterakademie August Everding in München und an der ADK Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Christian Rakow leitet die Redaktion von nachtkritik.de. Seit 2013 ist der promovierte Literaturwissenschaftler außerdem Mitorganisator der Konferenz "Theater & Netz" von nachtkritik.de und Heinrich Böll Stiftung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit als Kritiker und Kulturjournalist sind digitale Theater- und Gamingformate. Von 2016 bis 2019 gehörte er der Jury des Berliner Theatertreffens an. Timo Raddatz schloss im Januar 2022 ein Theaterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Neben seinen Arbeit(en) als Dramaturg verfolgt er verschiedene kreative Projekte, mal als Videodesigner, mal als Produktions- oder Projektleiter. Timo Raddatz gehört gemeinsam mit Kai Festersen und Esther Slevogt zur Projektleitung bei der Entwicklung von nachtkritik.plus. Franziska Ritter ist Szenografin und studierte Architektur an der TU Berlin, wo sie u.a. den Studiengang Bühnenbild_Szenischer Raum mit aufgebaut hat. Zur Zeit promoviert sie im Rahmen des DFG-Projektes Theaterbauwissen zum Thema Architekturfotografie über die Theaterbausammlung des Architekturmuseums. Esther Slevogt ist Chefredakteurin und Mitgründerin von nachtkritik.de. Initiatorin der Konferenz "Theater & Netz", auf der nachtkritik.de seit 2013 in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung jährlich die Folgen der Digitalisierung für die Darstellende Kunst untersucht und diskutiert. Sie leitet die Entwicklung des Projekts nachtkritik.plus.
08.03.2022
Das Theater Dortmund verurteilt den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine. Die von Wladimir Putin befohlene Invasion stellt eine tiefgreifende Zäsur in der Geschichte Europas nach dem Ende des Kalten Krieges dar. Die Dortmunder Philharmoniker werden aus diesem Grund für das 7. Philharmonische Konzert eine Programmänderung vornehmen und am Anfang des Konzertes die ukrainische Nationalhymne spielen. Weitere Maßnahmen im Kontext zu dem ursprünglichen Programm sind angedacht. Die Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter des Theaters sind mit ihren Gedanken bei den Menschen in der Ukraine, die nun höchsten Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind. Viele unserer Kolleg*innen stammen selbst aus der Ukraine und Russland und haben Verwandte in den beiden Ländern. In den Sparten des Theaters arbeiten wir kollegial und freundschaftlich miteinander. Dass Krieg im 21. Jahrhundert in Europa wieder möglich ist, stimmt uns traurig und macht uns fassungslos. Wir, die wir jeden Tag Kultur aus allen Ländern und Erdteilen darstellen, wissen um die völkerverständigende Kraft, die Kunst einnehmen kann und muss. Wir empfinden und erleben unsere Kunst als einen Band, das alle Völker dieser Welt miteinander verbindet. Deswegen erklären wir uns auch mit den Antikriegsdemonstrationen in Russland solidarisch. Wir hoffen auf ein baldiges Ende des Krieges und die Rückkehr zu diplomatischen Lösungen an deren Ende die territoriale Integrität und die Souveränität einer unabhängigen Ukraine steht.
25.02.2022
Das Inspired Dance Filmfestival in Australien hat den Ballettfilm Verklärte Nacht/Transfigured Night des Ballett Dortmund in Kooperation mit den Dortmunder Philharmonikern sowie der Akademie für Theater und Digitalität als besten Film in der Kategorie „Dokumentar- und Spielfilm“ ausgezeichnet. Der Film, bei dem der niederländische Tänzer Marijn Rademaker für die Choreografie zuständig war und der französische Filmemacher Mathieu Gremillet Regie führte, wurde am 17. November in Perth ausgezeichnet. Verklärte Nacht setzte sich gegen 35 Filmeinsendungen aus über aus 25 Ländern durch. Verklärte Nacht/Transfigured Night war der einzige deutsche Beitrag, der beim diesjährigen Inspired Dance Filmfestival in Perth, Australien gezeigt wurde. Choreograf Marijn Rademaker und Filmemacher Mathieu Gremillet hatten im Auftrag des Ballett Dortmund den Film während des Lockdowns im April 2021 im Theater Dortmund realisiert. Verklärte Nacht , der nach einem Musikstück Arnold Schönbergs gestaltete Film, zeigt ein hochspannendes Psychogramm, indem es um Angst, Zweifel, Eifersucht, Wut aber auch um Liebe, Akzeptanz und Verständnis von drei Liebenden geht. Rademaker inszenierte die Musiker*innen um die Tänzer*innen herum und benutzte sie als Verlängerung ihrer Gefühle in dieser berührenden Koproduktion. Verklärte Nacht , inspiriert von Richard Dehmels Gedicht aus dem Jahr 1896, gehört zu den beliebtesten und meist gespielten Werken des Wiener Komponisten Arnold Schönberg.
22.12.2021
Der mit 25.000 Euro dotierte „Preis Innovation 2021“ der Deutschen Orchester-Stiftung geht an die Dortmunder Philharmoniker. Mit den Dortmunder Philharmonikern zeichnet die Jury einen Klangkörper aus, der sich mit dem einzigartigen Education-Format Tiny Music House das Ziel gesetzt hat, mittels eines mobilen Konzert- und Workshopraumes die Stadtgesellschaft in ihrer gesamten Breite und Diversität anzusprechen und die Musikvermittlung direkt in den Schulen zu ermöglichen. Das Tiny Music House wurde von der Musikvermittlerin Andrea Hoever konzipiert, geplant und realisiert. Im Tiny Music House haben bis zu fünf Musizierende gleichzeitig Platz und können Kammermusikkonzerte auf Schulhöfen in der Stadt geben. Das Klangmodul verweilt jeweils vier bis sechs Wochen auf dem Pausenhof einer Grundschule. „Das Tiny Music House der Dortmunder Philharmoniker hat die Jury nicht nur durch seine Mobilität, sondern auch durch die besondere Ausstattung überzeugt. Zusätzlich zu der aufklappbaren Bühne, auf der Orchestermusiker Open-Air-Konzerte spielen können, beherbergt das Tiny Music House einen Workshopraum und bietet die Möglichkeit Podcasts, Hörspiele oder auch Kurzfilme zu produzieren. Die sehr flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des Tiny Music House ermöglichen den Dortmunder Philharmonikern mit ihrem Musikvermittlungsprogramm die gesamte Stadtgesellschaft an unterschiedlichsten Orten zu erreichen." Mit dem „Preis Innovation“ will die Deutsche Orchester-Stiftung neue Ansätze würdigen und ihnen öffentliche Wertschätzung verschaffen, sei es bei Konzertformaten und Programmen, bei der Ansprache neuer Zielgruppen, im Bereich der Musikvermittlung oder des Ensemblemanagements. Jurymitglieder Louwrens Langevoort (Vorsitz) Intendant, Kölner Philharmonie und Geschäftsführer, KölnMusik GmbH Mitglied im Kuratorium der Deutschen Orchester-Stiftung Dr. Susanne Litzel Stellv. Vorsitzende, Kuratorium der Deutschen Orchester-Stiftung Geschäftsführende Gesellschafterin Klaus Herding GmbH Bocholt Prof. Dr. Christiane Tewinkel Professorin für Musikwissenschaft, Musikhochschule Lübeck Dr. Ute Welscher Germanistin und Musikwissenschaftlerin; freie Kulturmanagerin (u.a. beim VAN-Magazin) und Mitarbeiterin der Deutsche Bank Stiftung (Projektmanagement Akademie Musiktheater heute) Alexander Meraviglia-Crivelli Generalsekretär, Gustav Mahler Jugendorchester Dr. Stefan Rosu Intendant, Philharmonie Zuidnederland Jean-Marc Vogt Vorsitzender des Gesamtvorstands der Deutschen Orchestervereinigung Mitglied des Opernhaus- und Museumsorchesters Frankfurt am Main Für die Finanzierung des Preisgelds wird der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), Frau Dr. Susanne Litzel und der Meyer-Struckmann-Stiftung gedankt.
02.12.2021
Das Theater Dortmund trauert um sein Ehrenmitglied und ehemaligen Dirigenten der Dortmunder Philharmoniker Heinz Panzer. Er verstarb am 27. Oktober 2021 im Alter von 94 Jahren. Mit Heinz Panzer verliert das Theater Dortmund nicht nur einen hochgeschätzten Musiker, sondern einen Menschen, der die Musiktheatersparten Oper, Ballett und vor allem die Philharmoniker über Jahrzehnte geprägt hat. Nach seinem Studium am Dortmunder Konservatorium kam er 1950 als Korrepetitor und Dirigent an das Dortmunder Theater. Er dirigierte Tausende von Vorstellungen in der Oper, Operette und Ballett sowie unzählige Konzerte. Unvergessen ist auch seine Zusammenarbeit mit Youri Vamos an zahlreichen erfolgreichen Ballettabenden, die ihn in den 1990er Jahren auch zu Gastdirigaten an die Berliner Staatsoper Unter den Linden führte. Mit seiner Pensionierung 1992 wurde er zum Ehrenmitglied des Dortmunder Theaters ernannt. Anlässlich des Todes von Heinz Panzer äußert sich der Geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger: „Die Nachricht von Heinz Panzers Tod hat uns alle sehr betrübt. Als Ehrenmitglied war er noch Jahre nach seiner Pensionierung unserem Theater eng verbunden. Heinz Panzer war ein großer Künstler, der über mehr als 40 Jahre die Entwicklung der Dortmunder Philharmoniker maßgeblich mitgeprägt hat. Wir alle verlieren einen hervorragenden Dirigenten.“
02.11.2021
Das Theater Dortmund trauert um seinen ehemaligen Schauspieldirektor Michael Gruner. Er verstarb am 20. Oktober 2021 im Alter von 76 Jahren. Michael Gruner, der von 1999 bis 2010 Direktor des Schauspiel Dortmund war, war ein Vertreter des klassischen Regietheaters, für den die tiefe inhaltliche Durchdringung eines Textes stets im Vordergrund stand und der es verstand Form und Inhalt kongenial zu vereinen. Gruners Theater der präzisen Menschenbeobachtung war nachdenklich, psychologisch und stets der Literatur verhaftet. Dabei hatte er auch immer den Anspruch, möglichst viele Menschen ins Theater zu ziehen. Mit ihm war das Dortmunder Schauspiel tief im kulturellen Leben der Stadt verankert, da er es verstand, die Dortmunderinnen und Dortmunder künstlerisch und menschlich zu begeistern. Innerhalb des Theater Dortmund löste der Tod des langjährigen Schauspieldirektors große Trauer aus. Durch seine bedeutende künstlerische Persönlichkeit, seine authentische Menschlichkeit und seinen respektvollen Umgang mit allen Mitarbeitenden des Theaters war Michael Gruner nicht nur hochgeschätzt, sondern aufrichtig sehr beliebt. Zum Tode von Michael Gruner sagt Geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger: „Mit Michael Gruner verlieren wir einen engen Freund und wunderbaren Menschen, der für sein und unser Dortmunder Theater lebte. Ich selbst hatte noch als junger Ballettmanager die Freude, mit Michael Gruner zusammenzuarbeiten. Ich konnte einen großen Künstler und klassischen Theatermann erleben, der sehr oft eine Quelle der Inspiration für mich war. Wir alle, die ihn erleben durften, werden seine Aufrichtigkeit, seinen fairen Umgang und seinen feinen Humor schmerzlich vermissen.“
22.10.2021
Das bundesweit einmalige Kooperationsprojekt für Gesangstalente geht in die zweite Runde. Für Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen ist das Opernstudio NRW ein wichtiges Bindeglied zwischen Ausbildung und professioneller Laufbahn. Mit dem Bariton Demian Matushevskyi und dem Bass Timothy Edlin stehen gleich zwei junge Sänger in der Tosca -Inszeneirung am Sonntag, 10. Oktober 2021, um 18 Uhr auf der Bühne im Dortmunder Opernhaus. Seit 2019 arbeiten im Rahmen des Opernstudios NRW vier Opernhäuser erfolgreich bei der Förderung junger Sängerinnen und Sänger zusammen: Mit der gemeinsamen Initiative zur Förderung von Postgraduierten ermöglichen die Oper Dortmund, das Aalto-Musiktheater Essen, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und die Oper Wuppertal Gesangstalenten nach dem Ende ihres Hochschulstudiums einen idealen Start in die angestrebte Opernkarriere. Nach erfolgreichem Abschluss des ersten Jahrgangs und einer Evaluation des Programms wird das von der Landesregierung und der Brost-Stiftung geförderte Opernstudio NRW nun verlängert. Die Förderung des Landes wird bis zum Jahr 2025 mit jährlich rund 436.000 Euro fortgeschrieben. Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen: „Wir haben mit dem Opernstudio NRW ein wichtiges Bindeglied zwischen der Ausbildung in den Musikhochschulen und der professionellen Laufbahn an der Oper geschaffen. Die positive Evaluation bestätigt, dass der einzigartige Ansatz des Opernstudios NRW ein Erfolgsmodell im Bereich der künstlerischen Postgraduiertenförderung ist, das wir daher mit großer Überzeugung weiterführen. Die jungen Sängerinnen und Sänger lernen vier Opernhäuser kennen und damit zahlreiche künstlerische Handschriften, unterschiedliche Arbeitsweisen und Strukturen ebenso wie Ensembles und Repertoires. Das ermöglicht den Mitgliedern des Opernstudios NRW in kurzer Zeit eine unschätzbare Qualifizierung und Professionalisierung und damit eine ausgezeichnete Grundlage, um selbstbewusst ins Berufsleben zu starten.“ „Das Opernstudio NRW ist in seiner Form deutschlandweit einmalig“, führt der Intendant der Oper Dortmund, Heribert Germeshausen aus. „Gleich vier regionale Opernhäuser kooperieren in zukunftsweisender Form und bieten jungen Talenten den sanften Einstieg in das Berufsleben. Bereits im Gründungsjahr erhielt das Opernstudio rund 750 Bewerbungen aus der ganzen Welt. Es freut mich sehr, dass die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen diese Einrichtung weiter unterstützt und jungen Talenten den Einstieg in den Opernbetrieb ermöglicht. Besonders freut mich, dass bereits viele Sängerinnen und Sänger noch vor Abschluss der regulären Zeit am Opernstudio Engagements an anderen Opernhäusern finden konnten. Dies zeigt, die hohe künstlerische Qualität der Sängerinnen und Sänger aber auch das hohe Ausbildungsniveau des Opernstudios “, so Germeshausen. Am Sonntag, 10. Oktober 2021, stehen gleich zwei junge Sänger des Opernstudios auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses. So werden Demian Matushevskyi in der Partie des Cesare Angelotti und Timothy Edlin als Mesner in der Oper Tosca von Giacomo Puccini zu sehen sein. Der aus der Ukraine stammende Bass-Bariton Demian Matushevskyi studierte zunächst Chorleitung an der Musikschule Salome Kruschelnytska in Ternopil, bevor er sich zu einer Karriere als Sänger entschloss. Die Basis dafür legte er 2017 mit seinem Abschluss an der Nationalen Musikakademie der Ukraine Peter Tschaikowski in Kiew, wo er als Mitglied des dort integrierten Opernstudios bereits Partien wie Sobakin ( Die Zarenbraut ), Der alte Mann ( Aleko ) und Fürst Gremin ( Eugen Onegin ) sang. Schon während des Studiums trat er am Kiewer National-Akademischen Theater für Oper und Ballett auf. Der englische Bass-Bariton Timothy Edlin begann seine musikalische Ausbildung als Chorknabe in der Kathedrale von Canterbury und absolvierte ein Gesangsstudium an der Universität Manchester sowie am Royal College of Music. Seitdem singt er als Solist an zahlreichen bedeutenden Veranstaltungsorten wie der Wigmore Hall, der Kingʼs College Chapel und der Royal Festival Hall, wo er mit Mitgliedern des London Philharmonic Orchestra auftrat. Darüber hinaus war er auf BBC Radio 3 live zu hören. Während seiner Ausbildung erhielt er Unterstützung von zahlreichen Stiftungen sowie der Sussex Opera and Ballet Society.
28.09.2021
Die Dortmunder Informatik-Professoren Heide und Helmut Balzert stiften den Prof.-Balzert-Preis für analog-digitale Ballettchoreografie. Ziel des Preises ist es, junge Ballettchoreograf*innen zu ermutigen, klassisches Ballett mit digitaler Bühnengestaltung zu kombinieren. Der Preis ist mit 10.000 Euro pro Jahr dotiert. Mit dem Fokus auf das klassische Ballett erhält Dortmund nicht nur einen neuen Kulturpreis, sondern auch ein starkes und sichtbares Zeichen für ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement für die Künste. Mit einem jährlichen Preisgeld von 10.000 Euro für eine Dauer von mindestens zehn Jahren fördert das Ehepaar Balzert in Zusammenarbeit mit den Ballettfreunden Dortmund e. V. choreografische Arbeiten, die den tänzerischen Ausdruck durch digitale Effekte verstärken. Eine Jury bestehend aus dem Ehepaar Balzert, Dr. Michael Brenscheidt (Vorsitzender der Ballettfreunde Dortmund e.V.), Xing Peng Wang (Intendant des Ballett Dortmund), Tobias Ehinger (Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund) sowie Personen aus den Bereichen Publikum, Tanzjournalismus, Kulturpolitik sowie Choreografie wird stets bis zum Ende eines Kalenderjahres den Preis ausloben. Die Preisübergabe findet jährlich im Rahmen einer Internationalen Ballettgala des Ballett Dortmund statt. Erfolgreiche Choreografien werden im Folgejahr im Rahmen der Internationalen Ballettgala öffentlich präsentiert. Zu ihrer Motivation erklären Prof. Heide Balzert und Prof. Helmut Balzert: „Wir lieben klassisches Ballett. Durch die heutigen digitalen Möglichkeiten gibt es neue choreografische Präsentationsformen, die dazu beitragen können, das klassische Ballett für das digitale Zeitalter weiterzuentwickeln.“ Der Geschäftsführende Direktor des Theater Dortmund, Tobias Ehinger, meint: „ Mit dem Prof.-Balzert-Preis bekommt nicht nur Dortmund, sondern die gesamte Tanzwelt eine ganz besondere Aufmerksamkeit und Ehrung für diese Kunstgattung. Er stellt außerdem bestes bürgerschaftliches Engagement für unsere Gesellschaft dar. Das gesamte Theater Dortmund ist den Professor*innen Heide und Helmut Balzert sehr dankbar.“
23.09.2021