Oper • März bis Mai 2026

Mazeppa

Szenische Deutsche Erstaufführung • Oper in 5 Akten und 6 Bildern von Clémence de Grandval • Libretto von Charles Grandmougin und Georges Hartmann • In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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(c) Björn Hickmann

Mazeppa

Szenische Deutsche Erstaufführung. Eine Produktion in Kooperation mit Palazzetto Bru Zane.

  • In der Audioeinführung für Eilige gibt Ihnen Tirzah Haase, die „Stimme Dortmunds“, einen kurzen Einblick in Mazeppa. Eine Live-Einführung können Sie 45 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben. 

Mazeppa Jetzt reinhören

In harten Zeiten sehnt man sich immer nach einem Superhelden. Doch wie wäre es, einem solchen wirklich zu begegnen? – Matréna, die Tochter des Kommandanten Kotchoubey, findet in der Steppe einen erschöpften Mann. Er nennt sich Mazeppa und ist bereit, ihr Vaterland vor allen Feinden zu beschützen. Der geheimnisvolle Fremde erlebt einen beispiellosen Aufstieg: Zunächst wird er zum Heerführer ernannt, gewinnt Matrénas Herz und schließlich die Gunst des Volkes. Einzig der junge Krieger Iskra ahnt, dass hinter dem Ankömmling mehr steckt und dessen plötzliche Hingabe an die neue Heimat ganz eigene Motive verbirgt …

Clémence de Grandval (1830 – 1907) galt zu Lebzeiten als eine der größten Komponistinnen ihrer Generation. Ihre Opern, Kammermusik und Lieder wurden von Bizet, Berlioz und Saint-Saëns gepriesen. Letzterer stellte einmal lakonisch über de Grandval fest: „Die Musik von Madame Grandval wäre sicherlich weltweit anerkannt, wenn ihre Autorin nicht den für viele unwiderruflichen Fehler begangen hätte, eine Frau zu sein.“ In ihrer letzten und erfolgreichsten Oper wird der berühmte ukrainische Hetman Iwan Mazepa zum romantischen Außenseiterhelden und der reale Aufstand der Saporoger Kosaken gegen die polnisch-litauische Gemeinschaft zur Grundlage einer eindrucksvollen und melodienreichen Partitur im Stile der französischen Grand Opéra.

Mazeppa ist nach Frédégonde und La Montagne Noire (Der schwarze Berg) bereits die dritte Deutsche Erstaufführung in Kooperation mit dem renommierten Palazzetto Bru Zane. Beide Vorgängerproduktionen wurden bei den International Opera Awards 22 und 24 als „Wiederentdeckung des Jahres“ nominiert, Frédégonde von der Opernwelt 2022 als „Wiederentdeckung des Jahres“ ausgezeichnet.

Notenmaterial: Edition Choudens / Palazzetto Bru Zane

Als Ergänzung empfehlen wir die szenische Uraufführung der Oper Die Fritjof-Saga von Komponistin Elfrida Andrée am Aalto Musiktheater Essen.

Die Vorstellung am 15. Mai 2026 findet im Rahmen des Wagner-Kosmos VII statt.


Hier finden Sie die verschiedenen Ticket-Optionen zum Wagner-Kosmos VII

Interdisziplinäres Symposion     Opernvorstellungen

Termine

April 2026 10 Freitag Opernhaus 19:30 Uhr – 22:15 Uhr (eine Pause) Einführung: 18:45 Uhr

(Pause nach ca. 90 Minuten)

Tagesaktuelle Besetzung am 10. April 2026
(Änderungen vorbehalten)

Matréna, Tochter von Kotchoubey  Anna Sohn
Mazeppa  Mandla Mndebele
Iskra, junger Krieger  Sungho Kim

Kotchoubey, Krieger und Adliger  Artyom Wasnetsov
Der Archimandrit, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel  Denis Velev
Musikalische Leitung  Jordan de Souza

Mai 2026 02 Samstag Opernhaus 19:30 Uhr – 22:15 Uhr (eine Pause) Einführung: 18.45 Uhr

(Pause nach ca. 90 Minuten)

Tagesaktuelle Besetzung am 02. Mai 2026
(Änderungen vorbehalten)

Matréna, Tochter von Kotchoubey  Anna Sohn
Mazeppa  Mandla Mndebele
Iskra, junger Krieger  Sungho Kim

Kotchoubey, Krieger und Adliger  Artyom Wasnetsov
Der Archimandrit, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel  Denis Velev
Musikalische Leitung  Jordan de Souza

Zum letzten Mal Mai 2026 15 Freitag Opernhaus 19:30 Uhr – 22:15 Uhr (eine Pause) Einführung: 18:45 Uhr

(Pause nach ca. 90 Minuten)

Im Rahmen des Wagner-Kosmos VII: „Kinder, schafft Neues“

Tagesaktuelle Besetzung am 15. Mai 2026
(Änderungen vorbehalten)

Matréna, Tochter von Kotchoubey  Anna Sohn
Mazeppa  Mandla Mndebele
Iskra, junger Krieger  Sungho Kim

Kotchoubey, Krieger und Adliger  Artyom Wasnetsov
Der Archimandrit, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel  Denis Velev
Musikalische Leitung  Jordan de Souza

Besetzung

Matréna, Tochter von Kotchoubey Anna Sohn
Mazeppa Mandla Mndebele
Iskra, junger Krieger Sungho Kim
Kotchoubey, Krieger und Adliger Artyom Wasnetsov
Der Archimandrit, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel Denis Velev
Statisterie & Kinderstatisterie Theater Dortmund
Opernchor Theater Dortmund & Projekt-Extrachor
Dortmunder Philharmoniker
Darstellende im Film
Der Böse Carl Kaiser
Die Frau Yeeun Yeo
Mazeppa als Kind Aphiwe Mndebele
Mazeppas Mutter Fikile Mndebele
Mazeppas Vater Sergio dos Santos
Statisterie Theater Dortmund
Bürger*innenchor Theater Dortmund

 

 

(Yeeun Yeo ist Mitglied des Opernstudio NRW)

Musikalische Leitung Jordan de Souza
Inszenierung Martin G. Berger
Bühne Sarah-Katharina Karl
Kostüme Alexander Djurkov Hotter
Licht Kevin Schröter
Video Vincent Stefan
Choreinstudierung Fabio Mancini
Dramaturgie Nikita Dubov
Studienleitung Thomas Hannig
Produktionsleitung Fabian Schäfer
Regieassistenz Dominik Kastl
Regieassistenz Videodreh Clara Schamp
Statisterieleitung Mark Bednarz
Inspizienz Alexander Becker, Ulas Nagler
Soufflage Ivan Keim
Bühnenbildassistenz Laila Ibrahim
Kostümassistenz Thea Salomon

Meinungen

Kritiken und Pressestimmen

FAZ

„Riesige Begeisterung im Saal: Die Oper Dortmund zeigt in Verbindung mit dem Palazzetto Bru Zane die Oper ‚Mazeppa‘ der Chopin-Schülerin Clémence de Grandval.

Die Frau konnte komponieren. Man kann es jetzt in ihrer Oper ‚Mazeppa‘ aus dem Jahr 1892 hören. (…) Gattungsgeschichtlich hat sich Grandval dabei eine große Aufgabe gestellt: die Historienmalerei der alten ‚Grand Opéra‘ mit den intimen Porträts des moderneren ‚Drame lyrique‘ zu verbinden. (…) Das Ergebnis ist bezaubernd.

Dabei wird so prächtig gesungen! Anna Sohn als Matréna beginnt vokal mit der oboenschlanken Grazie einer ,Figaro‘-Susanna, um sich dann flutend zu entgrenzen in den genrösen Lyrismus des frühen Puccini. Sungho Kim als Krieger Iskra singt mit einem Tenor, der über den zärtlichsten Konversationston genauso selbstverständlich verfügt wie über heldische Wehrbereitschaft. Und der Bariton Mandla Mndebele gibt dem Mazeppa eine vibrierende Noblesse, die sich aus seelischer wie körperlicher Geschundenheit herauskämpft. Ihnen stehen Artyom Wasnetsov als zermürbter Vater Kotchoubey und Denis Velev als ölig-manipulativer Archimandrit zur Seite.

Jordan de Souza hat die Dortmunder Philharmoniker und den beweglichen Opernchor, einstudiert von Fabio Mancini, sicher und geschmeidig im Griff, ohne dass je auch nur die kleinsten Balance- oder Koordinationsprobleme auftreten. Die Begeisterung im Saal ist riesig.“

18. März 2026
Münchner Merkur

„Ein Coup. Kurz nach dem letzten Takt erhebt sich das Publikum zu Standing Ovations, das gibt es kaum mal bei ,normalen‘ Premieren. Die Partitur von Clémence de Grandval, teils enorm wirkungsvoll, die bestechende musikalische Qualität der Solistenriege, sicher auch die Handlung treffen in Herz und Hirn.

Regisseur Martin G. Berger riskiert einen szenischen Hybrid, einen Mix aus schwarzer Revue, surrealen Momenten, KI-Fake-News und Helden-Kintopp. Letzteres wird gezeigt auf den hervorragenden Videos von Vincent Stefan: Mazeppa, mal fliegend, mal auf dem Motorrad, als wuchtiger Held, der unter dem Einfluss eines Fieslings steht, bei ‚Star Wars‘ wäre das der Imperator. 

(…) Was auch an diesem grandiosen Solisten liegt: Nach Mandla Mndebele dürften sich andere Opernhäuser die Hände abschlecken. Ein Bariton von enormer singdarstellerischer Präsenz, mit rauer Energie in der Stimme, viril und mit viel Reserven für die hoch gelagerte Partie. 

Anna Sohn kommt hörbar vom Lyrischen, bringt für die Matréna auch leuchtende, stabile Dramatik mit. 

Jordan de Souza, neuer Generalmusikdirektor, ist anfangs behutsamer Stilist. Mit zunehmender Dauer des Zweieinviertelstünders greift er beherzter ins Partiturleben. Die Dortmunder Philharmoniker dürfen farbkräftig auftrumpfen: Mag sein, dass Clémence de Grandval dieses Imponiergehabe nicht ganz beabsichtig hatte. Ungemein effektvoll ist das trotzdem und provoziert heftige Ovationen.“

16. März 2026
OPER!

„Ein Historienschinken, könnte man denken – aber Clémence de Grandvals ‚Mazeppa‘ erweist sich an der Oper Dortmund dramatisch wie musikalisch als lohnende Wiederentdeckung einer einst berühmten Komponistin.

(…) es gehört zu den großen Verdiensten der Oper Dortmund, dass sie jetzt zum ersten Mal szenisch in Deutschland zu erleben ist. Noch größer wird der Verdienst, weil der Abend die Qualitäten des Werks wunderbar herausarbeitet. 

Berger inszeniert das als großes Popcorn-Spektakel: Animierte Schwarzweißbilder von Vincent Stefan zeigen schon während der Ouvertüre dem staunenden Volk auf den Amphitheaterstufen (und uns natürlich), wie der Held als Mischung aus Superman und Jedi-Ritter Matréna vor dem gehörnten Atom-Schurken rettet. Dann taucht Mazeppa leibhaftig auf (Bühnenbildnerin Sarah-Katharina Karl wuchtet dafür sogar ein totes Pferd auf die Stufen) und wird zum Verteidiger des Landes aufgebaut. Iskra aber entdeckt das kleine Filmstudio in der Unterbühne: alles Fake, Schminke, Theaterblut!

Faszinierend, wie gut diese späte, kompakte Variation der ,Grand opéra‘ mit ihren gebrochenen Figuren ins Heute passt. Und wie reich die Partitur all die Stimmungen auslotet, duftend und weich zu Beginn, dann zunehmend dramatischer. Feingliedrig bei aller Wucht sind die Chöre durchgearbeitet, äußerst sinnlich strahlen die Soloinstrumente aus dem schäumenden Orchesterklang.

Mandla Mndebeles Mazeppa kniet sich auch darstellerisch sehr in diese zerrissene Rolle mit seinem warmen, ausdrucksstarken Bariton (…). Mit Wohlklang und strahlenden Höhen stattet Anna Sohn ihre Matréna aus. Überzeugend auch Artyom Wasnetsov als Kotchoubey und Denis Velev als Archimandrit sowie der erweiterte Chor mit kraftvollen Einsätzen und Spielfreude.“

17. März 2026
Concerti

„Die aber will niemand wahrnehmen, außer seinem Nebenbuhler in Liebesdingen, dem jungen Krieger Iskra, den Sungho Kim mit voller Tenoremphase ausstattet. Doch da Mandla Mndebele als Mazeppa sich mit seinem so einschmeichelnd warmem wie heldisch imposanten Bariton die Seele aus dem Leib spielt und singt, bleibt er aus Sicht des Volkes und des Publikums gleichermaßen lange der absolute Sympathieträger.

Die Duette mit Matréna sind denn auch von solcher ungebrochenen, überschwänglichen Aufrichtigkeit, dass wir an die Zukunft dieses Paars lange Zeit unbedingt glauben wollen. Dies liegt natürlich auch an Anna Sohn, die ihren französisch schlank geführten, so klaren wie innigen, klug in die emotionale Expansion führenden Sopran in den Dienst des Portraits einer großen berührenden Frauenfigur stellt (…).

(…) Und da nimmt nun Jordan de Souza, Dortmunds neuer GMD, Clémence de Grandval mit den glänzend aufgelegten Philharmonikern sehr wohl beim Wort: Die Spannungskurven sind maximal ausgearbeitet, laufen auf immer neue Höhepunkte zu: Die Entschärfung dieses musikalischen Monumentalgemäldes ist so gar nicht des Dirigenten Sache. Und das ist sehr gut so: Er stellt die Partitur als das zur Diskussion, was sie ist, glättet nicht, stutzt nicht zurecht, fokussiert vielmehr das filmmusikalisch Plakative – um in den utopischen Augenblicken umso feiner in die Seele der Musik einzutauchen.

Martin G. Berger verknüpft klug die Manipulation der Massen mit der Psychologie der Individuen. Auf der imposanten Treppenkonstruktion von Sarah-Katharina Karl kommt die Macht der Chöre vokal und darstellerisch zur vollen Geltung. Der Steg vor dem Orchestergraben wiederum zoomt die Figuren wie in Close-ups ans Publikum. Das Monumentale und das Intime bedingen und durchdringen sich ideal. In Dortmund ereignet sich also Oper als großes Kino (…) Mit verblüffend differenzierten Charakteren jenseits aller Gut-Böse-Kolportage – Menschen zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Kalkül und Gefühl, zwischen Stärke und Fragilität. Eine grandiose Ausgrabung und Wiederbelebung der ,Mazeppa‘ von Clémence de Grandval.“

16. März 2026
WAZ

„‘Mazeppa‘ an der Oper Dortmund: Jubel für Coup auf Festspielniveau:

Großartige Sänger, der Chor räumt ab, Dortmunds Philharmoniker brillieren. ‚Film‘-reife Inszenierung. Ein Opernereignis.

Da saust zur spätromantisch pulsenden Ouvertüre, die einem Hollywood-Score Ehre macht, auf großer Leinwand ein echter Superheld von den Dächern der Stadt. (…) Was als sehr hübsch gefilmte Ironie beginnt, wird bald zum Opernthriller, zur bildersatten Tragödie, zu einer der stärksten Inszenierungen der aktuellen Musiktheater-Saison in NRW.

De Grandval schuf betörend gute Chor-Auftritte, opulente Klang-Szenarien für öde Steppen und verschwenderische Paläste. Sie forderte viel von den Stimmen, aber sie schenkte den Sängern auch fantastische Szenen. Da waltet in jedem Takt bestechende Souveränität. Sie instrumentierte sicher und effektvoll. Große Gefühle versinken nie im Über-Schmelz.

Clémence de Grandvals späte ,Grand Opera‘ wird in Dortmund musikalisch auf Händen getragen. Diese ‚Mazeppa‘ hat Festspiel-Niveau. Der Chor: überwältigend in der kämpferischen Wucht wie im zarten Pastell der Klage.

Generalmusikdirektor Jordan de Souza erklärte das Projekt zur Chefsache, zeigt sich einmal mehr als subtiler Klangzauberer und lässt Dortmunds prächtig auftrumpfende Philharmoniker den Facettenreichtum vom Triumphmarsch bis zur todgeweihten Elegie üppigst aussingen.

Es drangen die schönsten Stimmen hinauf: Anna Sohns glutvoll-beseelte Matréna, Sungho Kim schürte als Iskra heldisches Tenor-Feuer, lyrischer Tränen nicht weniger fähig. Begeisternd die Bass-Majestät Artyom Wasnetsovs (Kotchoubey) und das famos kantable Druiden-Gegaukel von Denis Velev. Das Premierenpublikum sprang auf für ,Mazeppa‘. Das ist Mandla Mndebele. Der Sieger, der Schmerzensmann, der Gute, der Verfemte: die Goldbronze seines Baritons spiegelt bei großer Stimme und unter die Haut gehender Gestaltung die ganze Ambivalenz des Aufsteigers.“

16. März 2026
Ruhr Nachrichten

„(…) Vom Publikum frenetisch bejubelt, von Regisseur Martin G. Berger bildgewaltig und originell in Szene gesetzt, fantastisch gesungen von exzellenten Solisten, dem riesigen Opernchor und mit ausladenden Klängen beeindruckend von den Dortmunder Philharmonikern unter Generalmusikdirektor Jordan de Souza musiziert. Mehr als eine Entdeckung ist dies – ein Höhepunkt romantischen Repertoires.

Die Oper Dortmund hat ein Ensemble, das diese Entdeckung zum musikalischen Ereignis macht. Mandla Mndebele singt die Titelrolle mit einem heldenhaften, aber immer samtig schimmernden Gold-Bariton; die großartige Anna Sohn gibt der Matréna glühende Intensität, aber auch viele feine Farben. Tenor Iskra, ihr Verlobter, findet gleißende Töne der Verzweiflung und des Schmerzes. Und die Bassisten Artyom Wasnetsov und Denis Velev sind als Matrénas Vater und Archimandrit mit ihren Riesenstimmen gewaltige Erscheinungen. Jordan de Souza führt das alles mit größter Souveränität im Graben. Er macht ,Mazeppa‘ zum klangorgastischen, aber vielschichtig ausgeleuchteten Erlebnis.

Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass diese wunderbare Produktion einen Preis gewinnt. Opernfreunde, die mal etwas anderes kennenlernen möchten, sollten es sich nicht entgehen lassen, diese Rarität in so einer Qualität zu erleben.“

17. März 2026
Frankfurter Rundschau

„Die jetzige Produktion am Dortmunder Opernhaus ist die Szenische Deutsche Erstaufführung. Sie gehört ins Vorfeld des kommenden, siebten ‚Wagner-Kosmos‘-Festivals Mitte Mai, eine erstaunlich fruchtbare Einrichtung auch über ein Flankieren des ‚Rings‘ von Peter Konwitschny hinaus, für die es ursprünglich veranstaltet worden war. 

‚Mazeppa‘ ist eine großformatige, großbesetzte, anspruchsvoll zu singende Oper, die Grandvals vorangegangene Erfahrung mit leichteren Stoffen noch spüren lässt. Zwischen operettenhafter Munterkeit und vehementem Ernst – finster das Ende, sehr finster – hat sie alles zu bieten, was großes Musiktheater zu bieten haben kann. 

An Farbenreichtum mangelt es nicht, das Orchester wird dabei nuanciert eingesetzt, und das Dirigat von GMD Jordan de Souza lässt das nach und nach auch hören und spüren. Der Chor ist ausgesprochen beschäftigt und von Fabio Mancini ausgezeichnet darauf vorbereitet worden.

Es gibt drei große Partien, die in Dortmund exzellent aus dem Ensemble heraus besetzt werden konnten: Mandla Mndebele ist mit wuchtigem, aber beweglichem und temperamentvollem Bariton der Titelheld, ein Mann aus dem Nichts, der in dramatischer Zeit jäh zum Kriegsherrn aufsteigt, sich auch bewährt, aber bald zum Tyrannen aufschwingt. Anna Sohn mit einem vorzüglich beherrschten, das Lyrische wie das Hochdramatische souverän darbietenden Sopran ist Matréna, die Frau, die ihn liebt. Sie ist aus gutem Hause, ihr Vater Kotchoubey, der grundsolide Bass Artyom Wasnetsov (noch ein Ensemblemitglied!), hatte bisher das Sagen, wird von Mazeppa aber gestürzt.

Der Riesenjubel gibt der anhaltenden Dortmunder Entdeckerfreude jedenfalls recht.“

16. März 2026
Westfälischer Anzeiger

„Ein großer Wurf gelang der Dortmunder Oper mit der szenischen Erstaufführung der Oper ,Mazeppa‘ der französischen Komponistin Clémence de Grandval. Ein beeindruckendes Opernerlebnis, das das Dortmunder Premierenpublikum ausgiebig feierte.

Mandla Mndebele bringt die Titelrolle gesanglich und darstellerisch mit geradezu aufopfernder Hingabe zum Leben. Die fast noch größere und filigraner gestrickte Partie der Matréna füllt Anna Sohn ebenso intensiv und stimmlich überragend aus. Die in höchsten Lagen angelegte Tenor-Partie des hell- und weitsichtigen, aber lange Zeit wie Kassandra unerhört bleibenden Kriegers Iskra bewältigt Sungho Kim auf gleichem Niveau. Mit seinem voluminösen Bass verkörpert Artyom Wasnetsov die Partie Kotchoubys ebenso eindrucksvoll wie Denis Velev die des Vertreters des Patriarchen.

Regisseur Berger tut gut daran, die Handlungsverläufe klar zu erzählen und nicht durch Über- oder Neuinterpretationen zu verstellen, was bei unbekannten Werken von besonderem Vorteil ist. Er führt die Solisten detailgenau und arrangiert den Chor effektvoll. Angesiedelt ist das alles auf einer von Sarah-Katharina Karl dunkel gehaltenen Bühne, die den Darstellern viel Bewegungsfreiheit lässt.

Insgesamt ein großer Opernabend mit einem Werk, dem man durchaus Repertoirechancen einräumen kann.“

17. März 2026
Neue Musikzeitung

„Jordan de Souza stachelt die Dortmunder Philharmoniker zu einer wahrlich berauschenden Leistung an. Grandvals Musik beinhaltet ein Füllhorn an musikalischen Ideen, das sie pausenlos ausschüttet, und die in den betörendsten Klangfarben aus dem Orchestergraben tönen.

Der Spannungsfaden reißt jedenfalls nie ab, was auch an den außerordentlichen sängerischen Leistungen liegt. Vor allem Anna Sohn als Matréna und Mandla Mndebele als Mazeppa haben ebenso große wie schwere Partien zu bewältigen, was ihnen grandios gelingt.

Aber auch Sungho Kim als Iskra, Artyom Wasnetsov als Kotchoubey und Denis Velev als Archimandrit bestechen durch eine stimmlich wie darstellerisch ausgezeichnete Darbietung ihrer Partien. Der Chor des Theaters Dortmund fügt sich mit einer ebenso druckvollen wie sensiblen Leistung in dieses Bild ein. 

Insgesamt kann die Dortmunder Entdeckung deshalb überzeugen: hier hat man einen spannenden Stoff in zeitloser Weise und musikalisch bestechend auf die Bühne gebracht. Ein bisschen Humor und Lokalkolorit gibt dieser Inszenierung zudem eine durchaus originelle Note: Die Ballett- und Zwischenaktmusiken werden durch Videoeinspielungen begleitet, in denen der Titelheld in Superman-Manier durch die Dortmunder Skyline fliegt. Das ist sehr gut und unterhaltsam gemacht, das beleuchtet aber auch einige Aspekte der Geschichte, liefert Hintergrundinfos und sorgt für manchen Schmunzler.“

16. März 2026
Die deutsche Bühne

„Musikalisch ist ,Mazeppa‘ von Clémence de Grandval ein wirklicher Wurf, eine Explosion von Melodien, Motiven und Klangfarben ohne jede Atempause. Und dazu fabelhaft interpretiert. Die fünf Dortmunder Ensemblesänger gestalten die teilweise auch körperlich anstrengenden Partien souverän. Die Dortmunder Philharmoniker finden unter ihrem GMD Jordan de Souza den richtigen Fluss, eine strömende Agogik und die klangliche Brillanz, die dieses Stück braucht.

(…) Und Mandla Mndebele singt ihn mit großem Bariton, sehr muskulös und charmant – in Bergers Inszenierung muss er auch verletzlich sein. Anna Sohn hingegen schafft es als Matréna in der letzten Szene, im Wahnsinn, mit der Stimme nicht nur souverän die Partitur zu erfüllen, sondern auch ins Zuschauerherz zu zielen. Sungho Kim als Iskra, Artyom Wasnetsov als Kotchoubey und Denis Velev als sehr witziger Geistlicher ergänzen auf sehr hohem Niveau.

Diese Ausgrabung ist eine große Leistung der Dortmunder Oper, die dem Stück auf allen Ebenen gerecht wird und es als große Oper des 19. Jahrhunderts zeigt, die heute spielbar ist.“

16. März 2026
O-Ton

„Musikalisch ist der Abend geprägt von einer außergewöhnlichen Klangfülle. Schon die bombastische Ouvertüre zeigt große Melodiebögen, eine starke Dynamik und ein feines Gespür für Dramatik (…). Die reinen Orchestersätze wie das Prélude, das Vorspiel zum dritten Akt oder das Divertissement im vierten Akt sind teils zart romantisch, schwelgerisch operettenhaft und mit Anklängen osteuropäischer Folklore vermischt. Über den Abend entwickelt sich jedoch ein unvergleichlicher, ganz eigener Stil, der unter der musikalischen Leitung von Jordan de Souza von den Dortmunder Philharmonikern differenziert und transparent herausgearbeitet wird. Für die Produktion steht de Souza ein exzellentes Ensemble zur Verfügung, das die komplex angelegten, facettenreichen und teils extrem schweren Gesangspartien beeindruckend meistert.

Dabei ist entscheidend, dass ein um den Orchestergraben gebauter Steg die ganze Wucht der akustischen und szenischen Darstellung direkt ans Publikum trägt. Auch die steile Treppenkonstruktion und der geschlossene Eiserne Vorhang im fünften Akt sorgen für einen gewaltigen Resonanzraum, der Musik und Emotionen unmittelbar und intensiv macht.

Für Mandla Mndebele wird das Rollendebüt des Mazeppa zum Triumph. Sein kraftvoller, stellenweise durchschlagender Bariton meistert alle stimmlichen Herausforderungen des Titelhelden. Auch die lyrischen Passagen der Partie vermag er ausgesprochen differenziert zu gestalten. An seiner Seite glänzt Anna Sohn in der emotional changierenden Rolle der Matréna und berührt mit inniger Intimität, nicht nur in der finalen Wahnsinnsszene. Ein Erlebnis auch der strahlende Tenor von Sungho Kim, der in der Rolle des Iskra authentisch vom Saulus zum Paulus wird.“

16. März 2026
DIE WELT

„Hat diese Frau Power! Märsche, Kriegsmusiken, martialische Chöre. In diesem düsteren ,Mazeppa-Opus‘, komponiert 1892 als fünfaktige, dabei konzentrierte Grand Opéra mit Ballett von Clémence de Grandval, verdichtet sich die Musiktheaterluft geradezu testosterongeschwängert.

Die Oper Dortmund wiederum stellt diese Premiere in ein zyklisches Bemühen um übersehene französische Werke. Nach ,Frédégonde‘ von Saint-Saëns, Guiraud und Dukas sowie ,La Montagne Noire‘ von Augusta Holmès, folgt – nach einem Einschub mit der historisierenden ,Carmen‘-Produktion des Palazzetto Bru Zane – 2028 ,La Esmeralda‘ nach Hugos ,Notre-Dame‘ von Louise Bertin (…).

Plakativ geradlinig, mit comic-artigen Videos, die Mazeppa in einem als Gotham City überhöhten Dortmund superheldenhaft, aber eben auch als naiven Pappkameraden einer perfide polittheatralischen Täuschungsinszenierung virtuell fliegen lassen, so inszeniert das in Dortmund Martin G. Berger auf einer monströsen Treppe in uniformen Kostümen mit faschistoiden Versatzstücken wie Großstatue, Thron und Atomraketen. Die Mechanik der Macht wird so durch martialische Rhythmik vorangetrieben, der Einzelne ist ein Rädchen im Getriebe wie auch die auf falschen Tatsachen aufbauende Liebe Matrénas (mit kräftig blühendem Sopran: Anna Sohn) zum düster-egozentrischen Mazeppa (hart und durchdringend: Mandla Mndebele). Für diese Amour fou opfert sie ihren Verlobten Iskra (tenorvital: Sungho Kim), der am Ende gewinnt, wie sie auch ihren gefangenen Vater (starr: Artyom Wasnetsov) als Kollateralschaden verbucht. Sie selbst zahlt den üblichen Opernpreis geistiger Verwirrtheit.

Eine spannende Wiederentdeckung, farbig instrumentiert und thematisch ausgereift; von Jordan de Souza und den Dortmunder Philharmonikern vollmundig-schmissig serviert.“

22. März 2026

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