Der Schweizer Pianist Louis Schwizgebel wurde 1987 in Genf geboren und studierte bei Brigitte Meyer in Lausanne und bei Pascal Devoyon in Berlin. Später besuchte er zudem die Juilliard School und die Royal Academy of Music in London, wo unter anderem Emanuel Ax und Robert McDonald seine Lehrer waren. Erfolge beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf, den Schwizgebel im Alter von 17 Jahren gewann, und zwei Jahre später bei den Young Concert Artists International Auditions in New York sowie die Auszeichnung als BBC New Generation Artist (2013–2015) öffneten dem Pianisten den Weg auf die internationalen Konzertpodien. Inzwischen tritt Schwizgebel als Solist und Kammermusiker regelmäßig bei den wichtigsten Festivals und in renommierten Konzertsälen auf, wobei sein Heimatland Schweiz mit den Festivals in Verbier, Luzern und Gstaad sowie den Konzertreihen der Tonhalle Zürich einen Schwerpunkt bildet. Internationale Höhepunkte aus jüngster Zeit waren das Mitwirken im Neujahrskonzert des BBC Concert Orchestras in London und Konzerte mit dem Tonkünstler Orchester unter Patrick Hahn im Wiener Musikverein und mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter Vasily Petrenko. Loius Schwizgebel hat eine Reihe von CDs eingespielt, unter anderem mit Klavierkonzerten von Saint-Saens (Nr. 2 und Nr. 5) und Beethoven (Nr. 1 und Nr. 2) sowie mit zwei späten Klaviersonaten Franz Schuberts, die von der internationalen Kritik hervorragend besprochen wurden.
Benedetto Lupo gehört zu den führenden italienischen Pianisten unserer Zeit. Den internationalen Durchbruch brachte ihm 1989 die Bronze-Medaille beim alle vier Jahre ausgetragenen Internationalen Van-Cliburn-Wettbewerb. Er erhielt daraufhin Einladungen international führender Orchester und trat als Solist etwa mit den Eliteensembles in Chicago, Philadelphia, Boston, Los Angeles, London, Leipzig und Berlin auf. Seit Langem ist Lupo mit einem immensen Repertoire häufiger Gast in den internationalen Musikzentren und konzertiert in seiner italienischen Heimat mit allen großen Orchestern. In jüngerer Zeit galt sein besonderes Interesse der Musik von Claude Debussy, die der Pianist zum 100. Todestag des Komponisten im Jahr 2018 in reinen Debussy-Programmen auf Tourneen durch die USA und Europa aufführte. Ebenfalls 2018 kehrte Lupo mit Ravels Klavierkonzert für die linke Hand als Solist mit großem Erfolg zum London Philharmonic Orchestra zurück. Eine besondere Liebe verbindet ihn mit der Musik von Nino Rota, dessen Concerto Soirée Lupo 2005 in einer vielfach ausgezeichneten Aufnahme einspielte. Seit 2013 unterrichtet der Pianist eine Meisterklasse an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom.
Der Pianist Nikolai Lugansky, 1972 in Moskau geboren und dort auch ausgebildet, ist ein authentischer Fortsetzer der großen russischen Klavierschule, für die Namen wie Emil Gilels und Svjatoslav Richter stehen. Lugansky ist ein vielseitiger Künstler mit einem Repertoire-Schwerpunkt auf der Musik der Romantik und wird weltweit insbesondere für seine eminent klangschönen, mühelos virtuosen Interpretationen der Musik von Sergej Rachmaninow gefeiert, die dem Pianisten in der Tat sehr am Herzen liegt. Das Talent des Sohnes zweier sowjetischer Naturwissenschaftler fiel früh auf und erhielt bestmögliche Förderung. Nach Unterricht bei der Goldenweiser-Schülerin Tatjana Kestner nahm ihn die legendäre Pianistin Tatjana Nikolajewa, bekannt vor allem als Interpretin der Musik von Bach und Schostakowitsch, unter ihre Fittiche und förderte ihn nachhaltig. Lugansky feierte große Wettbewerbserfolge, angefangen mit dem Bach Wettbewerb Leipzig 1988 bis zum Gewinn des Tschaikowsky Wettbewerbs 1994, der ihn endgültig in die Weltspitze der Pianisten beförderte. Seither konzertiert er auf den wichtigsten Podien der Musikwelt und musiziert mit internationalen Spitzenorchestern. Die Diskografie des Pianisten ist umfangreich und enthält eine ganze Reihe von Einspielungen, die mit internationalen Preisen und Auszeichnungen bedacht wurden. In den letzten Jahren sind etwa Aufnahmen von Werken von César Franck, Claude Debussy und Ludwig van Beethoven erschienen. Insgesamt ist aber auch in diesem Bereich Rachmaninow der am stärksten vertretene Komponist.
Die atemberaubende Karriere von Martynas Levickis wäre nicht möglich gewesen ohne die Qualität des litauischen Musikschulwesens. Levickis 1990 wurde in Šiauliai, einer 100.000-Einwohner-Stadt im Herzen Litauens, geboren und erhielt den grundständigen Akkordeonunterricht in der örtlichen Musikschule. Auf dieser Grundlage konnte Levickis sein Studium bei Owen Murray an der Royal Academy of Music in London absolvieren. Ein wichtiger Karriereschritt war der Gewinn der Casting-Show „Lithuania's Got Talent“ im Jahr 2010, der Levickis und sein Instrument im ganzen Land bekannt machte. Es folgten ein Vertrag mit dem traditionsreichen Label Decca Classics, den er als erster Akkordeonist überhaupt dort erhielt, und ein Debütalbum, das sofort für Furore sorgte. Inzwischen hat sich Levickis zu einem echten Botschafter des Akkordeons entwickelt, der international mit Orchestern wie mit dem HR-Sinfonieorchester, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und dem National Philharmonic Orchestra Vilnius konzertiert und zu bekannten Festivals eingeladen wird. Immer wieder aufs Neue beweist er dabei, wie sensibel, mitreißend und ausdrucksstark man auf dem Akkordeon musizieren kann – in aller Regel zur großen Überraschung des Konzertpublikums.
Die Flötenvirtuosin Burcu Karadağ (*1979) stammt aus Istanbul und studierte dort am Staatlichen Konservatorium der Türkei. Seit langem tritt sie international mit verschiedenen Ensembles und Orchestern auf. Eine besonders fruchtbare künstlerische Verbindung besteht mit dem Komponisten und Pianisten Fazıl Say. So gestaltete Burcu Karadağ 2010 den Part der Ney-Flöte in der Uraufführung von Fazıl Says Istanbul-Sinfonie und war dann 2012 Solistin der Uraufführung des für sie geschriebenen Hezarfen -Konzerts. Mit diesem Werk war Burcu Karadağ bereits in der vergangenen Spielzeit bei den Dortmunder Philharmonikerin zu Gast. Beide Stücke erschienen auch auf CD und DVD, wobei die Produktion der Istanbul-Sinfonie mit einem ECHO-Sonderpreis ausgezeichnet wurde. 2013 veröffentlichte die Künstlerin die erste rein der Ney-Flöte gewidmeten Produktion, das Album Neyzen . Seit 2004 lehrt Burcu Karadağ das Spiel der Ney-Flöte am Musikkonservatorium der Haliç-Universität in Istanbul.
Ayut Köselerli wurde 1985 in Ankara geboren und nahm 2000 sein Studium bei Aydýn Mecid an der Bilkent-Universität für Musik und Darstellende Kunst auf. Bereits im folgenden Jahr wurde er Mitglied des Bilkent Youth Symphony Orchestra. Im Juni 2004 wurde Köselerli Schlagzeuger in von Fazıl Say ins Leben gerufenen Anatolischen Jugendorchester, mit dem er international konzertierte. Daneben trat er unter anderem mit dem hr-Sinfonieorchester, dem Orchestre National Montpellier, dem Residentie Orkest, dem Zürcher Kammerorchester, dem New Japan Philharmonic, dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra auf. Seit 2013 spielt Aykut Köselerli im Orchester der Staatsoper im türkischen Samsun. Mit Fazıl Say verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit bei zahlreichen Ur- und Erstaufführungen. In der letzten Konzertsaison der Dortmunder Philharmoniker beeindruckte Köselerli gemeinsam mit Burcu Karadağ das Publikum und seine Musikerkollegen bei der Aufführung des Konzerts Hezarfen von Fazıl Say.
Die Pianistin Claire Huangci (*1990) wuchs in den USA in der Nähe von Philadelpia als Kind chinesischer Eltern auf. Mit sechs Jahren begann sie mit dem Klavierspiel und wurde 2003 am renommierten Curtis Institute of Music in Philadelphia aufgenommen, wo Eleanor Sokoloff und Gary Graffman ihre Lehrer waren. 2007 wechselte sie an die Musikhochschule Hannover zu Arie Vardi. Nachdem Claire Huangci zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn als ausdrucksstarke Chopin-Interpretin aufgefallen war, gewann sie 2011 als jüngste Teilnehmerin den 2. Preis beim Internationalen ARD Musikwettbewerb. Ihre Karriere nahm dann vor allem nach der Veröffentlichung einer mehrfach ausgezeichneten Doppel-CD mit ungemein spielfreudigen Interpretationen von Sonaten Scarlattis im Jahr 2017 weiter an Fahrt auf. 2018 folgte der Gewinn des Concours Géza Anda. Inzwischen konzertiert die junge Pianistin regelmäßig mit bekannten Orchestern und Dirigenten und tritt bei bedeutenden Festivals auf. Sie verfügt über ein breites Repertoire von Bach, Scarlatti und Mozart über die deutsche Romantik, Rachmaninow und Prokofjew bis hin zu Musik aus dem 20. Jahrhundert von Leonard Bernstein, Friedrich Gulda oder John Corigliano, das sich auch in ihrer schon umfangreichen Diskografie spiegelt. Zusammen mit Howard Griffiths hat Claire Huangci mehrere CDs aufgenommen, unter anderem mit Beethovens eigenhändiger Klavierfassung seines Violinkonzerts, dem Konzert für Violine, Klavier und Orchester von Mendelssohn und den Klavierkonzerten Nr. 15 bis 17 von Mozart. Jüngst erschienen Einspielungen der letzten Klaviersonaten Franz Schuberts.
Hakan Güngör wurde 1973 in Ankara geboren und stammt aus einem Musikerhaushalt. Sein Vater ist Spieler der Oud, einem in der türkischen Volksmusik weit verbreiteten Lauteninstrument persischer Herkunft. Von ihm erhielt Hakan Güngör seinen ersten Unterricht, gefolgt vom Unterricht im Spiel der traditionellen orientalischen Zither Kanun bei Ozhan Kayhan. 1990 begann Güngör sein Studium an der Musikabteilung der Gazi-Universität seiner Heimatstadt und wechselte 1992 an das Staatliche Musikkonservatorium in Istanbul. Seit 1993 ist Güngör als vielgefragter Solist auf seinem Instrument tätig. Im Laufe seiner Karriere hat er mit Musikern wie Jordy Saval, Yo-Yo Ma, Renaud Garcia-Fons, Fazıl Say, Okay Temiz und Kudsi Erguner zusammengearbeitet und war an zahlreichen CD-Produktionen beteiligt. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet Güngör an der privaten Haliç-Universität in Istanbul.