Oper • Premiere

Sehnsucht. Ein barockes Pasticcio

Mit Auszügen aus Werken von Johann Pachelbel, Claudio Monteverdi, Georg Friedrich Händel, Henry Purcell u. a. • In italienischer Sprache u. a. mit deutschen Untertiteln

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Sehnsucht

In Ausnahmezeiten wächst die Sehnsucht: Sehnsucht nach menschlicher Nähe, nach Freiheit und nach dem Besonderen. Eine Epoche, in der dieses Gefühl stark zu Tage trat, ist das Barockzeitalter. Überbordende Fülle und Pracht, Verzierungen und Farbfreude schlugen sich für uns heute noch sichtbar bspw. in der Architektur oder den bildenden Künsten nieder. Hierzu gab es jedoch auch eine Kehrseite: Die Mitte des 17. Jahrhunderts war geprägt von der ausufernden Zerstörungswut des Dreißigjährigen Krieges. Die Menschen, die diese Hölle überlebten, kreierten für sich ein konträres Weltbild: Auf der einen Seite die unbändige Lust am Leben, die mit der Sehnsucht einhergeht, jeden Tag zum Besten zu machen. Auf der anderen Seite die unablässige Präsenz des Todes verbunden mit dem Bewusstsein von Vergänglichkeit und der Sehnsucht nach dem Paradies.

Die Musik des Barock ist geprägt von diesen intensiven Gefühlen, die Komponisten wie Georg Friedrich Händel, Henry Purcell oder Nicola Antonio Porpora durch Affekte ausdrücken. Dank der Stilmittel dieser musikalischen Ausdrucksweise können sie die reichhaltige Bandbreite menschlicher Gefühle in Klänge setzen und ermöglichen es den Zuhörer:innen, ganz unmittelbar und auf eine zutiefst persönliche Weise Anteil daran zu nehmen. Dabei äußert sich Sehnsucht in ganz unterschiedlichen Emotionen, die von der Musik sensibel und ausdrucksstark aufgegriffen werden – oft verbunden mit hochvirtuosen Melodielinien, die von den Sänger:innen größte Kunstfertigkeit abverlangen. Im Zentrum des Pasticcios steht mit Pur ti miro eines der berühmtesten Liebesduette der Operngeschichte aus der Oper L’incoronazione di Poppea von Claudio Monteverdi, einem der ersten Opernkomponisten überhaupt. Spannend daran ist das Spiel mit der Stimme, denn neben einer Sopranistin in der Rolle der Poppea – in diesem Fall Ensemblemitglied Anna Sohn – kann die Partie des Nerone mit einem Mezzosopran, einem Bariton oder stilecht mit einem Countertenor besetzt werden. Mit Hagen Matzeit konnte einer der führenden Countertenöre dieser Tage gewonnen werden, der mit seiner ungewöhnlichen Stimme eine ganz besondere Sinnlichkeit beiträgt. Ein Debüt an der Oper Dortmund ist ebenso der Auftritt des jungen Brasilianers Bruno de Sá, dessen natürliche Sopranstimme ein außerordentlich beeindruckendes Phänomen darstellt.

Neben einer jahrelangen Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners u. a. im Rahmen der Bayreuther Festspiele widmet sich Regisseur Andreas Rosar immer wieder dem Barock. So gab er 2010 sein vielbeachtetes Regiedebüt mit der Schweizer Erstaufführung von Georg Friedrich Händels Ezio am Theater Biel Solothurn. Nicht nur seine Studien der Philosophie, Theologie sowie Germanistik in Mainz und Rom befähigen ihn dazu, mit einem hintergründigen und dennoch frischem Blick das bis heute Gültige aus den Stücken herauszuarbeiten und mit Leichtigkeit auf die Bühne zu bringen.

Weitere Termine So, 29.11.2020 (15:00 & 19.00 Uhr) Uhr) • Sa, 12.12.2020 (19:30 Uhr) • Mi, 16.12.2020 (19:30) • Sa, 26.12.2020 (18:00 Uhr) • So, 03.01.2021 (18:00 Uhr). Vorverkaufsstart voraussichtlich ab September 2020.

 

Termine

Premiere November 202022SonntagOpernhaus18:00 Uhr
Tagesbesetzung
Tagesaktuelle Besetzung am 22. November 2020

Sopran  Anna Sohn
Mezzosopran  Maria Boiko
Sopranist  Bruno de Sá

Countertenor  Hagen Matzeit
Bass  Denis Velev
Musikalische Leitung  Philipp Armbruster

Gesamtbesetzung

Sopran Anna Sohn
Mezzosopran Maria Boiko
Sopranist Bruno de Sá
Countertenor Hagen Matzeit, Etienne Walch
Bass Denis Velev

Dortmunder Philharmoniker

Musikalische Leitung Philipp Armbruster
Regie Andreas Rosar
Bühne Dina Nur
Kostüme Alexander Djurkov Hotter
Licht N. N.
Dramaturgie Dr. Merle Fahrholz, Laura Knoll
Studienleitung Thomas Hannig
Produktionsleitung Fabian Schäfer
Regieassistenz David Martinek
Inspizienz Ulas Nagler, Alexander Becker

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