Seit dem 1. September 2026 lehrt Anna Sohn als Professorin für Gesang an der renommierten Seoul National University (SNU), College of Music. Ihre internationale Gesangskarriere wird sie für ausgesuchte Projekte fortsetzen: Zu den Höhepunkten der Saison 2026/27 zählen ihr Rollendebüt als Desdemona in Verdis Otello unter der Leitung von Myung Whun Chung im neuen Konzerthaus von Busan (an der Seite von Gregory Kunde und Željko Lučić), ihr Hausdebüt an der Oper Leipzig als Violetta Valéry in der Wiederaufnahme-Premiere von La traviata sowie ihre Rückkehr an die Oper Dortmund, deren Ensemble sie von 2018–2026 angehörte, in der Partie der Verité für eine Neuproduktion von Albéric Magnards Guercoeur in der Regie von Olivier Py (an der Seite von Stanislas de Barbeyrac und Lionel Lhote).
Im Juni 2023 debütierte Anna Sohn mit großem Erfolg an der Greek National Opera als Cio-Cio-San in einer Neuproduktion von Puccinis Madama Butterfly zur Eröffnung des Epidauros Festival im Athener Herodium, die auch für französisches Mezzo TV aufgezeichnet wurde. Im November 2023 folgte ihr erfolgreiches Debüt am Teatro Colón in Buenos Aires, wiederum als Cio-Cio-San in einer Neuproduktion von Madama Butterfly.
Für ihre Verkörperung der Héléna in der Deutschen Erstaufführung von Holmès᾽ La Montagne Noire an der Oper Dortmund wurde sie in der Jahresumfrage 2024 der Opernwelt als „beste Sängerin des Jahres“ nominiert.
In der Spielzeit 2024/25 kehrte Anna Sohn als Mimì (La Bohème) an die Greek National Opera zurück, an der Metropolitan Opera Seoul gab sie ihr Rollendebüt als Marguerite in einer Neuinszenierung von Faust.
Während ihrer acht Spielzeiten als Ensemblemitglied der Oper Dortmund hat Anna Sohn ihr Repertoire in Neuproduktionen sukzessiv erfolgreich um Partien wie Cio-Cio-San in Madama Butterfly, Liù in Turandot (u. a. an der Seite von Asmik Grigorian), Mimì in La Bohème (u. a. an der Seite von Jonathan Tetelman), Elvire in La Muette de Portici sowie Brunhilda in der Deutschen Erstaufführung von Frédégonde erweitert. Frédégonde wurde von Takt1 live übertragen, in der Jahresumfrage der Opernwelt als „Wiederentdeckung des Jahres 2022“ ausgezeichnet und bei den International Opera Awards 2022 in der Kategorie „Best Rediscovered Work“ nominiert. Einen großen persönlichen internationalen Erfolg feierte sie auch 2026 als Matréna in der Szenischen Deutschen Erstaufführung von Clémence de Grandvals Mazeppa.
Im Rahmen einer langen künstlerischen Partnerschaft mit der Koreanischen Nationaloper hat Anna Sohn zahlreiche Premieren gesungen: Susanna (Le nozze di Figaro), Juliette (Roméo et Juliette), Violetta Valéry (La traviata) sowie die Titelrolle in Massenets Manon. Die Spielzeit 2025/26 eröffnete sie am Seoul Arts Center mit einer Traviata-Gala.
Sie gastierte an zahlreichen europäischen Opernhäusern und Festivals u. a. am Teatro Regio di Parma, beim Festival dei Due Mondi di Spoleto, am Teatro Verdi in Sardinien sowie in Rom, Paris, Avignon, Porto, Luxemburg, Budapest, Mannheim und Zürich.
Anna Sohn ist eine gefragte Konzertsängerin und gastierte bereits in der Tonhalle Zürich, im Teatros del Canal in Madrid, in der Esplanade Concert Hall in Singapur, im Auditorium di Milano, im Auditorium Parco della Musica in Rom, im Musiktheater Malmö sowie in Birmingham, Princeton und Washington. Da sie über ein absolutes Gehör verfügt, ist sie auch eine gefragte Interpretin Neuer Musik. Ihre jüngste gesungene Uraufführung war beim Ultraschall- Festival Berlin 2020 Marko Nikodijevics Abgesang mit dem Rundfunkorchester Berlin, dieses Werk hat sie unter Jonathan Stockhammer 2022 für das Label Wergo aufgenommen.
Sie studierte an der Seoul National University (SNU), bevor sie ihre Studien 2005 mit Diplom am Mailänder Konservatorium abschloss. Ferner studierte sie bei Mirella Freni, Renata Scotto sowie Ks. Prof. Olaf Bär in Dresden. Bereits 2004 gewann sie als 22-jährige den 2. Preis beim Concurso Internacional de Canto Francisco Viñas, 2011 den 2. Preis beim 61. Internationalen Musikwettbewerb der ARD.
(Stand: 09/2026)