Oper • Juni 2022

Oper erleben: Orpheus in der Unterwelt

Opéra-bouffon in zwei Akten von Jacques Offenbach – Mixed Version 1858 / 1874 • Kritische Ausgabe Offenbach Edition Jean-Christophe Keck (OEK) • Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy • In deutscher Textfassung von Ludwig Kalisch mit Ergänzungen von Frank Harders-Wuthenow • Ein partizipatives Projekt der Jungen Oper Dortmund • Ab 10 Jahren

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(c) Björn Hickmann

Orpheus in der Unterwelt

Mit seinem Gesangstalent soll Orpheus laut der alten Sage selbst Tiere und Steine vor Rührung zum Weinen gebracht haben. In Offenbachs lebhafter Parodie des Mythos hat er allerdings wenig Lust, mit seiner Gesangskunst seine Ehefrau Eurydike aus der Unterwelt zu retten. Erst auf Druck der Öffentlichen Meinung macht er sich auf, um seine Frau zu retten, und begibt sich in die Unterwelt.

Im Rahmen des Formats Oper erleben nähert sich der Jugendopernclub Tortugas gemeinsam mit Schüler*innen weiterführender Schulen dem Mythos „Orpheus“. Offenbachs Opéra bouffe bietet den Jugendlichen dabei den Ausgangspunkt für eine humorvolle und scharfe Parodie der Scheinwelt einer jeden High Society.

In der Reihe Oper erleben feierten die Mitglieder der Tortugas zusammen mit zahlreichen Schüler*innen bereits große Erfolge, beispielsweise mit Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat und Beethoven’s Last Night. Die gemeinsam mit dem Team der Oper Dortmund und den Lehrer*innen der Schulen erarbeitete Inszenierung wird Anfang Juni 2021 auf der großen Bühne im Opernhaus aufgeführt.


Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.

Besetzung

Eurydike Lilli Schnabel
Orpheus Felix Kriewald
Pluto Lennart Pannek
Öffentliche Meinung Lina Förster
Jupiter Jan Schebaum
Juno Celina Sedlatschek
Hans Styx Georg Kirketerp
Merkur Christopher Brotzki
Diana Lisa Pauli
Cupido Massimo Buonerba
Venus Sarah Heckner
Minerva Luisa Stevens
Mars Maximilian Berns

Ensemble Tortugas Jonathan Pannek, Lucina Güers, Ulrich Kemajou, Jacob Ambrosius, Johanna Niesse, Benjamin Laas, Sabine Flora, Selma Kirketerp, Sophie Marie Stein, Lilli Bracklow, Patricia Sarinthorn Gildekötter

Turtles
Universitätschor der TU Dortmund
Schulorchester Heisenberg-Gymnasium
Projektorchester

Musikalische Leitung Christoph JK Müller
Inszenierung Alexander Becker
Bühne und Kostüme Annika Haller
Licht Stefan Schmidt
Choreografie Jutta Maas
Choreinstudierung Heinke Kirzinger
Orchestereinstudierung Andrea Aufmkolk
Vocal Coaching Ruth Katharina Peeck, Anna Lucia Struck, Marcelo de Souza Felix
Dramaturgie & Projektleitung Zuzana Masaryk
Koordination Orchester Matthias Keller
Studienleitung Thomas Hannig
Produktionsleitung Fabian Schäfer
Regieassistenz Lilli Bracklow, Johan Schüling
Regieassistenz Bühnenproben & Abendspielleitung David Bolik
Musikalische Assistenz Mattis Markmann
Bühnenbildassistenz Dina Nur, Emine Güner
Kostümassistenz Stephanine Ricciardi
Inspizienz Ulas Nagler

Meinungen

Kritiken und Pressestimmen

TZ Hamm

„Mit jugendlicher Energie stellen die jungen Leute viele andere Produktionen in den Schatten.

Von Einschränkungen merkte man dem Ergebnis nicht das Geringste an. Eher die Freude, sich endlich wieder wie befreit auf der großen Bühne des Dortmunder Theaters präsentieren zu können.

Es überrascht schon, wie nahtlos die Transformation ohne Verbiegung des Sinngehalts gelang.

Regisseur Alexander Becker hielt die Darsteller immer in Bewegung. Im exakt choreografierten ,Galop Infernal‘ kannte die Spielfreude keine Grenzen, artete aber nicht in Klamauk aus. (…) Lilli Schnabel als Eurydike, Sarah Heckner als Venus und Lina Förster als Öffentliche Meinung stachen ein wenig aus dem hochmotivierten Ensemble heraus. Felix Kriewald in der Rolle des Orpheus glänzte nicht zuletzt mit Geigensoli. Besonders erfreulich, mit welcher Präzision das Projektorchester unter Leitung von Christoph JK Müller die dreistündige Produktion in Schwung hielt.

Stürmischer Beifall. Schade, dass man es bei drei Aufführungen belässt.“

11. Juni 2022
Online Musik Magazin

„Lina Förster begeistert hier mit großartiger Komik und exaltiertem Spiel. Lilli Schnabel, die bereits als Mädchen in ,Linie 1‘ zu erleben war, meistert Eurydikes Koloraturen in ihrer Auftrittsarie ,Ein Weib, das Lieb und Sehnsucht plagen‘ beachtlich. Auch Felix Kriewald ist als ihr Gatte Orpheus kein Unbekannter und vielen sicherlich noch als Pharao aus ,Joseph‘ in guter Erinnerung geblieben. Im Streit-Duett ‚So ist’s gemeint?‘ begeistert er vor allem dadurch, dass er auf der Bühne live die Geige spielt. (…) Lennart Pannek, der in Andrew Lloyd Webbers Musical in der Titelpartie zu erleben war, erinnert optisch ein wenig an den Joker aus Batman und stattet den Gott der Unterwelt mit einer weichen Musicalstimme aus.

Am Ende hat dann der als Grisette kostümierte Tänzer noch seinen großen Auftritt und führt alle in eine spritzige Choreographie für den ,Galop infernal‘ ein. Nun erklingt auch endlich die Nummer, auf die viele sicherlich schon gewartet haben, und löst beim Publikum große Begeisterung aus. Das Ensemble punktet beim Tanz durch große Homogenität. So gibt es am Ende großen Applaus für alle Beteiligten. Auch die Leistung des Schulorchesters des Heisenberg-Gymnasiums und des Projektorchesters unter der musikalischen Leitung von Christoph JK Müller ist noch einmal hervorzuheben, da die musikalische Interpretation keine Wünsche offen lässt.

Das Ensemble überzeugt (…) durch große Spielfreude auf ganzer Linie.“

06. Juni 2022
theater:pur

„[Alexander Becker] gelingt es behände und leichtfüßig, Offenbachs Orpheus in der Unterwelt in die Gegenwart zu geleiten – ohne Brüche und gewaltsame Verbiegungen. (…)

Aber das wirklich Großartige, dass Becker mit dieser Inszenierung gelingt ist der Beweis, dass es geht. Wenn man eine Mischung aus Profis und Amateur*innen begeistert für ein Projekt, sie zusammenschweißt und alle den Spaß, der die Arbeit macht, authentisch ins Publikum tragen lässt, kann auch, große Operette‘ gelingen. Beckers Projekt fordert eminent Nachfolgeinszenierungen in dieser Projektform, sollte aber auch Vorbild sein für andere Häuser.

Da ist was ganz Tolles in Westfalen aufgeblüht, das Respekt zollen muss neben großer Freude und unbändigem Spaß – eine tiefe Verbeugung vor allen Beteiligten.“

09. Juni 2022

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